Indien

Agra: Stadt des Taj Mahals – eines der neuen 7 Weltwunder

Taj Mahal bei Sonnenaufgang

Herzlich Willkommen auf der neuen Blog-Website! Schön, dass ihr hier seid. 🙂 Wir sind gerade in der Stadt Agra und haben das Taj Mahal besichtigt. Aber langsam und von vorne…

Von Lumbini nach Agra

Seit dem letzten Blogbeitrag aus Lumbini liegen über 700 km Distanz, eine Grenzüberquerung bei einer Temperatur von ca. 30°C und 27 Stunden Reisezeit in Bus & Zug hinter uns.

Wir hatten vorher keine Reservierung, kein Ticket und keine Ahnung, ob und wie wir unser Ziel – Agra, die Stadt des Taj Mahals – genau erreichen können. Aber es hat geklappt!

Und zwar reibungslos und sehr günstig (ca. 5€ pro Person). Dass alles so gut funktionierte, haben wir der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Inder zu verdanken, die uns wirklich sehr sehr nett behandelten und mit Rat & Tat weiterhalfen.

Da wäre zum Beispiel der Security Inspector am Bahnhof von Gorakhpur, einer der höchsten Beamten am Bahnhof dort, der für uns auf den letzten Drücker noch ein Zug-Ticket kaufte, Sitzplätze organisierte (die Züge in Indien sind meistens schon Wochen bzw. Monate vor der Abfahrt ausgebucht) und uns die 3 Stunden bis zur Abfahrt in seinem klimatisierten Büro warten ließ. Oder die indische Familie im Zug, die uns einfach so einen ihrer Liegeplätze anbot, damit wir nachts schlafen konnten. Am nächsten Morgen teilten sie sogar ihr Essen und Trinken mit uns.

All die Wärme & Freundlichkeit, die uns während der Fahrt begegneten, ließen die Zeit in dem heißen, überfüllten und 9 Stunden verspäteten Zug fast schon zu einem kleinen Highlight für uns werden. Als wir nach 17 Stunden Zugfahrt in Agra ausstiegen, hatte die indische Familie übrigens noch weitere 15 Stunden Fahrt vor sich – Normalität in Indien…

(Leider haben wir kein einziges Foto während der Zugfahrt gemacht, deswegen können wir euch hier nur ein Foto vom Busfahrer-Sitz im Bus nach Gorakhpur zeigen.)


Ankunft in Agra – der Stadt des Taj Mahals

Für Agra hatten wir vorab ein gemütliches guest house gebucht, das wir – auch wieder durch Freundlichkeit einer Inderin – sehr einfach und bequem mit ihrem privaten Auto innerhalb weniger Minuten erreichten. Wieder einmal freuten wir uns riesig über eine kalte Dusche und ein sauberes Bett.

Am nächsten Tag besichtigten wir das Agra Fort, eine Palastanlage der Mogulkaiser aus dem 16. & 17. Jahrhundert. Nachdem wir allein auf dem Weg dorthin schon mehrfach von Tuk Tuk – Fahrern, Souvenir- oder Obst-Händlern und Touristenführern belagert worden waren, hatten wir keine Lust mehr auf reden, feilschen und bezahlen und beschlossen deshalb, uns das Agra Fort auf eigene Faust anzuschauen.

Ohne Hintergrundwissen sieht man in den Bauwerken entweder nur Steine, oder man wird kreativ. Da wir vorher absolut gar nichts über das Agra Fort wussten, lasen wir alle verfügbaren Info-Tafeln durch, lauschten bei den Guides englischsprachiger Touristengruppen und stellten uns den Rest einfach selber vor. Eine sehr interessante Sightseeing-Methode wenn man Zeit & Phantasie hat, wie wir herausfanden. 🙂


Das Taj Mahal – eines der neuen 7 Weltwunder

Das Taj Mahal besichtigten wir erst am darauffolgenden Tag – und zwar morgens um 5.20 Uhr! Eines der neuen sieben Weltwunder im zarten Morgenrosa und unter aufgehender Sonne betrachten zu können, ohne all die Touristenmengen und die Hitze, war das frühe Aufstehen (und Marcels Beschwerden über das frühe Aufstehen) definitiv wert! Und spätestens nach einem super leckeren Bananen-Lassi zum Frühstück nach dem Sightseeing war auch Marcel wieder rundum glücklich.

Dieses Mal hatten wir außerdem die Hausaufgaben gemacht und uns vorher ein paar Infos über das Taj Mahal rausgesucht. Das Taj Mahal wurde von Großmogul Shah Jahan als Grabmal für seine Frau und große Liebe Mumtaz Mahal gebaut, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb.  Das Grab von Mumtaz Mahal befindet sich genau in der Mitte des symmetrischen Bauwerks. Die vier Türme an den Seiten sind leicht vom Hauptgebäude weg geneigt, damit sie es im Falle eines Erdbebens nicht zerstören können. 

Großmogul Shah Jahan, wurde nach seinem Tod in einem etwas größeren Grab direkt neben ihr beigesetzt. Sein Grab zerstört damit die ansonsten perfekte Symmetrie des gesamten Geländes.

Es gibt Legenden, die besagen, dass Großmogul Shah Jahan noch ein zweites, schwarzes Taj Mahal auf der gegenüberliegenden Flussseite geplant hatte. Dieses hätte seine eigene letzte Ruhestätte werden sollen, wurde aber aus unbekannten Gründen nie gebaut. Wir können uns auf jeden Fall gut vorstellen, dass an dieser Legende etwas dran ist…

Unsere restliche Zeit in Agra verbrachten wir mit dem Versuch, Sitzplätze für einen Zug nach Goa zu reservieren. Heute waren wir dann Gott sei Dank erfolgreich und konnten über die foreign tourist quota noch zwei Plätze im Sleeper-Wagen (aus Geldspar-Gründen: ohne Klimanlage) ergattern. Morgen Mittag machen wir uns also wieder auf den Weg und werden in 31 Stunden Zugfahrt (+ Verspätungszeit) die ca. 1700 km nach Goa in Süd-Indien zurücklegen. Angenehm wird das bestimmt nicht, aber dafür eine weitere Erfahrung. Wir haben uns Proviant besorgt, Handyspiele & Podcasts gedownloaded und sind bereit für die Weiterreise. 🙂

Viele Grüße und bis bald!

 

6 Gedanken zu „Agra: Stadt des Taj Mahals – eines der neuen 7 Weltwunder

  1. Mona,grosses Kompliment für deine Berichterstattung.
    Es liest sich sehr spannend und interessant.
    Was ist eigentlich mit den heiligen Kühen in Indien?

    1. Danke! 🙂 In Agra gab es viele frei rumlaufende Kühe auf den Straßen. Hier auf dem Land in Nord-Goa sieht es schon etwas anders aus. Der Nachbar hat mehrere Kühe, die aber auf der Weide angeleint sind und morgens gemolken werden.

  2. Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre man mit auf Reisen, so spannend ist es! Immer wieder bewundere ich euren Mut… Wir drücken weiterhin alle Daumen, dass alles klappt. Alle guten Wünsche aus der Heimat!

    1. Das ist schön, so soll es sein! Mut haben wir eigentlich nicht besonders viel, sondern eher das Vertrauen, dass schon alles so kommt, wie es kommen soll 🙂 Danke für die guten Wünsche und viele liebe Grüße zurück. ♥

  3. Liebe Grüße aus Kaufungen an euch beide. Ich liege hier mit kaputtem Sprunggelenk und hätte letztes Wochenende sehnlichst gerne Marcel hier gehabt, um mich mit Filou entlasten zu können, da die Familie in Duisburg war und Mariella ihre andere Oma sehen konnte und ihre Mutter, mal ihre wieder.
    Ich habe schon länger nicht mehr euren Blog gelesen und habe bis eben den alten wie den aktuellen mit sehr viel Begeisterung verfolgt, die Eindrücke auf mich wirken lassen und die sehr schönen Fotos angesehen.
    Hier sind die Temperaturen auch sehr heiß – bereits schon am frühen Morgen, aber nicht vergleichbar mit denen bei euch. Schön, dass ihr so nette und hilfsbereite Menschen trefft – und eure Erfahrungen bisher sehr positiv verlaufen sind, das Leben sich in einem ganz anderen Rhythmus darstellt und Dankbarkeit und Demut Raum einnehmen für das, was uns als so selbstverständlich erscheint, ist eine sehr wichtige Erfahrung.
    Marcel trifft und zieht magisch Tiere und vor allem Hunde an:)
    Ihr meistert das Leben in der fremden Umgebung sehr gut und zwischendurch kommt sogar Urlaubsfeeling auf.
    Ich wünsche euch noch viele interessante Begegnungen und eine unvergessliche Zeit, bleibt gesund und munter:)
    Herzliche Grüße
    Christiane

    1. Ohje, das klingt schmerzhaft. Erstmal wünschen wir dir gute und schnelle Besserung! Marcel wäre auch gerne da, um dich zu entlasten und mit Filou durch den Wald zu laufen, aber leider geht das erst in ein paar Wochen.
      Danke für das Update von euch und für die Rückmeldung auf den Beitrag. Es ist immer schön zu hören, was ihr von unseren Berichten denkt und wie sie euch gefallen.
      Ganz ganz liebe Grüße an dich und natürlich auch an Vanessa, Florian, Mariella und Filou! ♥

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