Kambodscha

Alles Roger in Kambodscha? – Der überraschende Ursprung dieses Spruches…

Stein-Gesichter in den Tempelanlagen von Angkor

“Alles Roger in Kambodscha?” Woher kommt eigentlich dieser Spruch? Und wer ist Roger? Das haben wir uns mehrmals gefragt und eine interessante Antwort gefunden. Mehr dazu im nächsten Abschnitt!

Nach zwei Tagen in Ho-Chi-Minh City (früher: Saigon) verlassen wir Vietnam und fahren mit dem Bus nach Kambodscha – genauer: in die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh. Für 35 US-Dollar pro Person bekommen wir an der Grenze problemlos ein 30-Tage Touristenvisum ausgestellt und dürfen in das Königreich einreisen.

Im Vergleich zu Vietnam kommt uns Kambodscha generell etwas “indischer” vor. Uns fallen keine wirklich treffenden Adjektive ein, aber vielleicht lässt sich unser Eindruck mit den Worten “staubiger”, “chaotischer” und etwas “unsauberer” beschreiben.

Die Landeswährung ist eigentlich der Kambodschanische Riel, aber tatsächlich werden die meisten Dinge in US-Dollar bezahlt und der Riel nur als Kleingeld benutzt.

“Alles Roger in Kambodscha?” – Woher kommt der Spruch?

Während wir uns so in dem Land umschauen, fragen wir uns, wie der Spruch “Alles Roger in Kambodscha?” eigentlich entstanden ist. Vieles scheint hier nämlich gar nicht Roger zu sein. Also, wer ist Roger? Und woher kommt der Spruch?

“Roger” kommt aus dem Funkverkehr und bedeutet so viel wie “verstanden”. Warum? Früher wurde das Tastaturkürzel “r” für “recieved” – also für die Aussage “Nachricht erhalten” verwendet.

Damit der Buchstabe bei Funkdurchsagen klar und deutlich verstanden werden konnte, wurde ein Name drangehängt – so wie man z.B. am Telefon manchmal die Namen “Anton” und “Bertha” verwendet, wenn man ein Wort mit den Buchstaben A und B buchstabieren möchte.

Da sich “Kambodscha” im Deutschen nun mal auf “Roger” reimt, konnte sich diese Phrase im Laufe der Zeit im Volksmund etablieren. Klingt ja auch irgendwie cool und lässt sich so locker daher sagen. 😀 

Einen tieferen Sinn dahinter gibt es unserer Recherche nach allerdings nicht. Mittlerweile gibt es eine ähnliche Versionen, wie z.B. “Alles fresh in Bangladesh” und “Alles cool in Istanbul”.

Also: Alles Roger in Kambodscha? 🙂

Eine Tür des Royal Palace.

Erster Stopp: Phnom Penh

Nach dem kurzen Exkurs weiter im Text. 🙂

In der Stadt Phnom Penh, die vielen vielleicht noch als Ort der Horrorgeschichten der Roten Khmer in den 80er Jahren bekannt ist, bleiben wir zwei Nächte und können euch leider auch gar nicht so viel von der Stadt berichten.

Unsere Unterkunft liegt zwar sehr zentral (nur einige Gehminuten der Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt entfernt), aber das ist auch der einzige Pluspunkt, den unser nächster Schlafplatz zu bieten hat. Das Zimmer ist klein, dunkel und es riecht sehr stark nach Schimmel. Aber naja, wir sind ja nur zwei Tage hier und wenigstens gibt es keine Bettwanzen oder sowas… 😀

Froh also, aus dem Schimmel-Zimmer raus zu sein, erkunden wir am nächsten Morgen Phnom Penh und laufen die interessanten Orte ab. Wir besichtigen einen buddhistischen Tempel, den Central Market, den riesigen Fluss Mekong und den Royal Palace von außen.

Beim Abendessen in einem Restaurant nahe unserer Unterkunft wundern wir uns plötzlich über all die westlich aussehenden, allein reisenden Männer, die an uns vorbei laufen. Bestimmt alle zwei Minuten spaziert ein “weißer Mann” alleine die Straße entlang und auch in den umliegenden Bars und Restaurants sitzen hauptsächlich Single-Männer… sehr wahrscheinlich Sex-Touristen.

Eigentlich hätten wir den Sex-Tourismus eher mit Thailand verbunden, aber scheinbar ist das auch in Kambodscha stark verbreitet. Gut, mit einer deutschen Rente kann man(n) es sich hier auch echt gut gehen lassen. Essen, Bier und Massagen – im Vergleich zu Deutschland ist hier alles sehr günstig.

Auf nach Angkor Wat!

Am darauffolgenden Tag geht es wieder mit dem Bus weiter nach Siem Reap, eine Stadt im Nordwesten Kambodschas und Ausgangspunkt für Besichtigungen der alten Tempelstadt Angkor. Hier erwartet uns eine wirklich sehr schöne Unterkunft. Sie ist sauber, groß und schimmelfrei. Nach dem Zimmer in Phnom Penh wissen wir all das wieder richtig zu schätzen und sind sehr sehr dankbar für die schönen Räumlichkeiten.

Aber natürlich bleiben wir auch hier nicht den ganzen Tag “zuhause”, sondern fahren direkt nach dem Frühstück los, um uns den Tempel Angkor Wat und das umliegende Gebiet anzuschauen. Marcel hatte sich am Abend vorher noch eine Reportage darüber angesehen und kann jetzt netterweise den Tour-Guide spielen. 👨‍🏫 😀

Angkor war vom 9. bis zum 14. Jahrhundert eine riesige Stadt mit einem sehr gut ausgebauten Wasser- und Kanalsystem. Laut aktueller Forschung lebten damals bis zu 750 000 Menschen in der antiken Mega-Metropole. Auch heute noch sind etliche Ruinen der damaligen Bauwerke erhalten geblieben – zu den bekanntesten unter ihnen gehört wohl Angkor Wat, der größte Tempelkomplex der Welt.

Nicht nur Angkor Wat beeindruckt uns sehr, sondern auch die weiteren, umliegenden Tempel. Das Tages-Ticket, was uns erlaubt, Angkor Wat zu besichtigen, ist mit 37 US-Dollar pro Person zwar sehr teuer, aber ermöglicht gleichzeitig auch den Zugang zu allen weiteren antiken Bauwerken ringsherum. Und davon gibt es viele! Überreste längst vergangener Zeiten und Kulturen, die dem Wandel der Zeit und den Kräften der Natur bis heute standhalten konnten.

Dream-Team: Touristen & Affen

Außerdem haben wir noch eine Menge Spaß beim Beobachten der Interaktion von Affen und Touristen. Die Affen hier scheinen nämlich gar keine Scheu vor Menschen zu haben – eher im Gegenteil. Wenn man nicht aufpasst, öffnen sie gerne den Rucksack und suchen nach interessanten Dingen. Genug Futter scheinen sie auch von den Menschen zu bekommen, denn die meisten der ausgewachsenen Affen sehen ziemlich pummelig aus. 🙉🙈

Am Nachmittag lassen wir Tempel und adipöse Affen hinter uns und fahren noch in einen Handy-Shop, um Marcel endlich ein funktionierendes Handy zu kaufen. Als Geburtstags-Geschenk sozusagen. Denn die nächsten Tage hier in Kambodscha  werden wir erstmal ganz gemütlich ohne Sightseeing verbringen und überlegen, wo wir als nächstes hinreisen wollen. Zu irgendeinem Ort, der uns näher nach Australien bringt.

Wir schreiben euch, sobald es Neues gibt und wir wissen, wo es uns hin verschlagen wird. Bis dahin viele liebe Grüße nach Hause! 💚

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