Tasmania

2 Wochen Freiwilligenarbeit auf Bruny Island

Good day. Heute wollen wir euch von unserem ersten Aufenthaltsort in Tasmanien nach der Nacht im Auto erzählen: Bruny Island. Hier arbeiten wir wieder als Freiwillige bei einem älteren, deutschsprachigen Paar und helfen den beiden in Haus und Garten.

Bruny Island 

Bruny Island ist eine kleine Insel im Süden von Hobart.

Die Insel hat ca. 700 Einwohner und -in den australischen Sommermonaten November bis Februar – bestimmt nochmal doppelt so viele Touristen. Bruny Island ist angeblich Tasmaniens bekannteste Insel und wir verstehen, warum. 

Hier gibt es jede Menge schöne Strände, dicht bewaldete Berge, viel Wildlife (z.B. Quolls, Roadrunner und sogar weiße Wallabys), einen Nationalpark und jede Menge Orte, an denen man delikate Lebensmittel kaufen kann (Käse 🧀, Austern, Schokolade 🍫 und vieles mehr). 

Um aber erstmal nach Bruny zu kommen, gibt es nur eine Möglichkeit. Und zwar mit einer kleinen AutofähreDiese Autofähre fährt von Kettering (ca. 30 Minuten Autofahrt südlich von Hobart) im halbstündigen Takt nach Bruny Island und die Überfahrt für einen normalen PKW inklusive Insassen kostet 36 australische Dollar (ca. 23 Euro) für Hin- und Rückfahrt. 

Zum Glück haben unsere neuen Gastgeber ein Besucher-Ticket am Fährenschalter in Kettering für uns hinterlegt, sodass wir für ganze 16 Dollar (ca. 10 Euro) nach Bruny fahren können.

Als wir nach 20 Minuten Überfahrt auf der Insel ankommen, werden wir auch schon direkt von Tim & Christine, unseren neuen Gastgebern, abgeholt. Sie begrüßen uns herzlich und dann folgen wir ihnen auch schon über die Schotterstraßen Nord-Brunys bis hin zu unserer neuen Unterkunft. 

Die Geschichte von Tim & Christine

Tim & Christine sind beide Anfang 80 und sprechen sehr gutes Deutsch. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Christine ist gebürtige Deutsche. Und Tim ist zwar Australier, hat aber mehrere Jahre in Deutschland gelebt und spricht auch mit Christine meistens Deutsch. 

Wir sind gespannt: Wie haben sich die beiden kennengelernt? Und wie sind sie auf Bruny Island gelandet?

Beim ersten Abendessen stellen wir all diese Fragen und bekommen interessante Antworten. 

Tim war in jungen Jahren mal für zwei Jahre in Deutschland und hat sich damals schon in Land und Leute verliebt. (Davor war er auch für einige Zeit in Italien und legt seitdem Wert auf guten Kaffee… sehr zu unserer Freude 😀 ) 

Mit ca. 60 Jahren und nach einer gescheiterten Ehe (so ca. um das Jahr 2000 herum) entschied er sich, nach einem / einer deutschen Brieffreund/in zu suchen, um seine Deutschkenntnisse wieder aufzubessern. Und dreimal könnt ihr jetzt raten, wer seine neue Brieffreundin wurde…

Seine neue Brieffreundin wurde Christine. Zu der Zeit ebenfalls ca. 60 Jahre alt und geschieden. Und so kam es, dass die beiden einander erstmal per Briefkontakt kennenlernten. 

Als Tim, der zu der Zeit in Sydney lebte, dann überlegte, einen mehrwöchigen Urlaub in Tasmanien zu machen, fragte er Christine -teils scherzhaft, teils ernst gemeint-, ob sie nicht mitkommen wolle. Sie lehnte erstmal ab. Nach Tasmanien? Mit einem Mann in Australien, den ich nicht mal wirklich kenne? In meinem Alter und ohne gutes Englisch? Das wäre ja verrückt!

Aber es kam so, wie es kommen musste und nach einer Weile Bedenkzeit sagte sie doch zu. Abenteuer mit Ü60, warum nicht? 😀

Sie erzählte ihrem Ex-Mann und ihren Kindern, dass sie jetzt nach Australien fliegen und sich dort mit einem unbekannten Australier treffen würde.

Und genau so machte sie es dann auch.

Glücklicherweise verstanden sich die beiden auf Anhieb sehr gut und verbrachten ein paar schöne Wochen zusammen auf Tasmanien.  Ihr Lieblingsort während der gesamten Reise war – Überraschung! 😀 – Bruny Island. 

Kurze Zeit später kauften sie sich deswegen auch ein Grundstück auf der Insel und lebten dort für mehrere Jahre in einem sehr einfachen “Schuppen”-Haus. Erst als es irgendwann anfing, in das “Schuppen”-Haus hineinzuregnen, entschlossen sie sich, ein richtiges, kleines Haus auf dem Grundstück zu bauen. 

Vor der Pandemie-Zeit verbrachten sie mehrere Monate pro Jahr bei Christines Kindern und Enkelkindern in Deutschland und den Rest des Jahres in ihrem Haus auf Bruny. Das geht seit Covid allerdings nicht mehr und die beiden sind ganzjährig auf Bruny.

Leider ist Christines Gesundheitszustand auch nicht mehr sehr gut, sodass die beiden oft nach Hobart oder Kingston zu verschiedenen Ärzten fahren müssen. Wir bleiben dann zurück, passen auf das Haus auf und erledigen unsere Aufgaben. 

Freiwilligenarbeit auf Bruny Island

Wir haben zwar eine lange To-Do-Liste mit Aufgaben in Haus & Garten, aber die meisten dieser Dinge sind nicht sonderlich schwierig und relativ schnell getan. 

Zu unseren Aufgaben zählen z.B.

  • einen Zaun um den zukünftigen Gemüsegarten Wallaby-sicher zu machen, 
  • ein neues Hochbeet zu streichen, gerade in den hügeligen Garten einzusetzen und mit Erde zu füllen,
  • den Metall-Schornstein auf dem Dach abzunehmen,
  • eine neue Holztür im Garten zu bauen,
  • das Holz-Geländer auf der Veranda abzuschleifen und neu zu streichen,
  • einen Baum zu stutzen
  • einen Holztisch zum Töpfern zu bauen und
  • Stechginster (eine echte Plage auf Bruny) mit Pflanzengift zu sprühen. 

An einem normalen Arbeitstag starten wir erst um 10 Uhr mit der Arbeit (dann kann Marcel ausschlafen :D) und arbeiten ca. 4-5 Stunden. Zwischendurch gibt es meistens noch einen Kaffee und / oder eine kurze Mittagspause.

Tim & Christine sind generell sehr entspannt was die Arbeit angeht und passen außerdem auf, dass wir nicht zu viel arbeiten, sondern uns auch ausreichend Zeit nehmen, um uns Bruny Island anzuschauen.

Sightseeing auf Bruny Island

Direkt an unserem ersten Tag bei den beiden sollen wir z.B. nicht arbeiten, sondern uns erstmal mit ihnen zusammen die Insel anschauen fahren.

Sie zeigen uns u.A. den Bruny Island Schokoladen-Laden.

Hier wollten wir uns einen Frosch aus dunkler Schokolade kaufen, aber als wir an der Kasse stehen, lächelt die Kassiererin nur nett und sagt: “Das passt schon so. Tim und Christine sind unsere alten Freunde. Den könnt ihr so haben. Willkommen auf Bruny Island!

Wenn das mal nicht nett ist! 🙂

Anschließend zeigen uns die beiden noch Adventure Bay (eine Bucht, an der zwischen im 18. und 19. einige sehr bekannte Entdecker ankerten), ein paar Aussichtspunkte am höchsten Berg Brunys und “The Neck” – das dünne Verbindungsstück zwischen Nord- und Süd-Bruny. 

Leider war an dem Tag das Wetter ziemlich grau und regnerisch, sodass die Fotos etwas trist aussehen… 

Nach diesem ersten Sightseeing-Tag verbringen wir die nächsten paar Tage erstmal wieder mit Arbeiten an Haus und Garten. 

Es dauert allerdings nicht lange, da stoppen uns Tim und Christine schon wieder und schicken uns auf die nächste Sightseeing-Tour. Dieses Mal sollen wir ihren alten Geländewagen, den “Defender”, benutzen und damit in den South Bruny Nationalpark fahren.

Wir machen, wie uns gesagt wurde und fahren in Brunys Süden. Unterwegs halten wir noch an einem kleinen Schrank am Wegesrand und kaufen uns dort 5 Äpfel für 2 Dollar per Selbstkasse

Danach machen wir erst einen kurzen Stopp am alten Leuchtturm Brunys und fahren dann zum angeblich schönsten Strand der Insel, dem “Jetty Beach“. 

Hier gibt es auch schöne Wanderwege und wir entscheiden uns kurzerhand einen Wanderweg zu laufen, der zwischen 5,5 und 6,5 Stunden (ca. 18 Kilometer) dauern soll. 

Weil wir uns beim Wandern sehr beeilen, schaffen wir es gerade noch rechtzeitig, kurz vor Einbruch der Dunkelheit um ca. 17.30 Uhr wieder zurück am Defender zu sein. Wir haben insgesamt 3,5 Stunden gebraucht und sind froh, am nächsten Tag keine schlimmen Blasen an den Füßen zu haben. 😀

Auf dem Rückweg zu Tim und Christine müssen wir allerdings sehr vorsichtig fahren, weil zur Dämmerungszeit die Wildtiere sehr aktiv sind.  Auf der ca. einstündigen Rückfahrt sehen wir viele normale Wallabys und Quolls am Straßenrand und sogar auch ein weißes Wallaby.

Nach diesem Sightseeing-Wander-Tag stehen für uns erst wieder ein paar Tage mit Arbeit an, bevor Tim und Christine uns ein drittes Mal auf Erkundungstour schicken. Dieses Mal schlagen sie uns vor, mit ihren Fahrrädern den nördlichen Teil von Bruny zu erkunden.

Und genau das machen wir dann auch. Die Strecke ist ein ca. 22 Kilometer langer Rundweg entlang der nördlichen Küste Brunys und hat (leider) auch viele Berge und damit Höhenmeter, die wir fahren müssen. Dafür ist die Aussicht aber auch sehr gut!

Ja und so gehen die Tage bei Tim und Christine relativ schnell um.

Die Reise geht weiter

Insgesamt waren wir zwei Wochen bei den beiden auf Bruny Island. Nun wollen wir weiterreisen, um uns auch den Rest Tasmaniens anzuschauen. 

Unser nächster Stopp ist wieder eine Freiwilligenarbeits-Stelle, dieses Mal auf einer Hobby-Farm

Was uns dort erwartet, werden wir bestimmt in einem nächsten Beitrag berichten.

Bis dahin, viele liebe Grüße! ❤

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.