Tasmania

Tagesausflug zum Cradle Mountain – Tasmanien im Winter

G’day! Dieses wird wahrscheinlich unser letzter Beitrag aus Tasmanien sein, denn schon bald geht es für uns wieder zurück aufs Festland. Umso mehr freuen wir uns, dass wir es in unserer letzten Woche auf dieser tollen Insel noch geschafft haben, einen ihrer bekanntesten Spots anzuschauen: den Cradle Mountain.

Hier also ein kurzer Beitrag über unseren Tagesausflug zum Cradle Mountain während des australischen Winteranfangs.

Der Cradle Mountain 

Der Cradle Mountain ist mit 1545 Metern Höhe Tasmanien 6. höchster Berg. Er ist also nicht -wie wir zuerst dachten- wegen seiner Höhe eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tasmaniens, sondern wegen seiner Schönheit.

Es gibt etliche kurze und mittellange Wanderwege, die um den Cradle Mountain herum und auf seinen Gipfel hinauf führen. Außerdem ist der Cradle Mountain Ausgangspunkt für den “Overland-Track”, einer knapp 60 Kilometer langen, mehrtägigen Wandertour.

(Wir sind ziemlich genau zum deutschen Sommer- bzw. zum australischen Winteranfang -also Anfang Juni- am Cradle Mountain. Das bedeutet, die Temperaturen sind winterlich und nicht alle Wege sind geöffnet.)

Reist man mit dem Auto an, kann man seit Auto auf einem großen Parkplatz am “Cradle Mountain Visitor Center” abstellen und von dort aus einen Shuttle-Bus zu den verschiedenen Wanderwegen nehmen.

Das Ticket für den Shuttle Bus gibt es gratis, wenn man stolzer Besitzer eines “Holiday Passes” für die Nationalparks Tasmaniens ist (ca. 80 australische Dollar bzw. 51 Euro für zwei Monate unbegrenzten Zugang zu allen Nationalparks für ein Fahrzeug mit bis zu 8 Personen). 

Shuttle Busse am Cradle Mountain Visitor Center

Nachdem wir unser Auto auf dem Parkplatz abgestellt haben, holen wir uns unser gratis Busticket und einige Informationen am Schalter des Besucherzentrums ab und stellen uns an den Shuttle-Bus Parkplatz.

Lange müssen wir zum Glück nicht warten, denn alle 15-20 Minuten kommt ein Shuttle Bus.

Welchen Weg wandern wir?

Wir wollten so hoch wie es wetterbedingt möglich ist. Deshalb hatte uns die Frau im Besucherzentrums nach einigem Zögern und auf doppelte Nachfrage gesagt, dass der Weg zum “Marion Lookout” noch geöffnet sei.

Wir hatten uns über ihr Zögern zuerst gewundert, denn der Wanderpfad zum Marion Lookout klang alles andere als schwer und gehört eigentlich zu den Standard-Wander-Routen des Cradle Mountain. Aber vielleicht hat uns die Frau am Infostand gesehen und gedacht: „Uh, mit der Kleidung und den Schuhen sollten die bei dem Wetter besser nur den ganz leichten Weg nehmen.“ 

Das wäre gar nicht so unwahrscheinlich, denn sie hat uns vorher von vielen Touristen erzählt, die in den letzten Tagen auf den vereisten Wegen ausgerutscht und sich teilweise schlimm verletzt hatten.

Nennt es Abenteuerlust oder Dummheit, aber wir wollten die Wege erstmal selber sehen, bevor wir uns zum Nicht-Wandern entscheiden. Schlechtes Equipment hat uns schon nicht vom Trekking zum EBC abgehalten und Anhalten und Umdrehen könnte man hier zur Not ja immer noch jederzeit. 😅

Vereiste Treppen auf dem Wanderweg

Der Weg war an vielen Stellen wirklich sehr vereist und rutschig, aber selbst mit Turnschuhen konnte man ihn in etwas vorsichtigerem Tempo immer noch gut gehen. Wie uns spätestens jetzt auffiel, haben wir Europäer da echt einen kleinen Vorteil. Wir kennen Schnee & Eis von klein auf. Die Touristen vom australischen Festland sehen Schnee dagegen höchstens manchmal im Urlaub. Kein Wunder also, dass es in den letzten Tagen so viele Ausrutscher gab… 

Und… noch eine Fun-Info dazu… wir Mittel- / Nordeuropäer wissen auch, wie man Wasserleitungen so verlegt, dass sie im Winter nicht einfrieren. Die Australier scheinbar nicht so unbedingt. Das komplette Wassersystem im Cradle Mountain Visitor Center war nämlich eingefroren. Weder Toilettenspülung noch Wasser zum Händewaschen waren an diesem Tag verfügbar. 😅

Der Marion Lookout

Jetzt aber wieder zurück zum Wanderweg. 🙂 

Wir fahren gute 10 Minuten mit dem Shuttle-Bus, bis wir die Haltestelle „Ronny Creek“ erreichen. Von hier aus startet der Wanderweg zum Marion Lookout.

Ein Pfad aus Holzplanken führt uns direkt von der Haltestelle des Shuttle-Busses durch eine tolle Landschaft, die uns etwas an Island erinnerte.

Dann geht es entlang eines Bergbaches durch ein Stückchen märchenhaft aussehenden Wald, bevor wir an den ersten Kratersee kommen.

Hier steht ein kleines Bootshäuschen, das zu dieser Jahreszeit vom Wasser des Sees überflutet wurde.

Wir folgten den Weg immer weiter bergauf, bis die Landschaft karg und steinig wird. Nach einer guten Stunde erreichen wir schließlich ohne größere Probleme den Marion Lookout.

Hier machen wir Picknick und genießen die Aussicht. 🙂

Winter-Feeling kurz vor dem Gipfel

Eigentlich wären wir vom Lookout aus gerne noch zum Gipfel des Cradle Mountain gewandert, aber leider ließen die Wege das nicht zu. Wir konnten zwar noch ein gutes Stück den Wanderpfad in Richtung Gipfel entlang gehen, mussten dann aber leider doch irgendwann umdrehen. 

Trotzdem war es cool, denn das Stück über dem Marion Lookout war voller Schnee. Nicht nur so ein bisschen am Rand, sondern überall!

Marcel nutze die Gelegenheit, um mich mit Schneebällen abzuwerfen und auf dem Boden entlang zu schlittern. Unser erster, richtiger Wintermoment seit über zweieinhalb Jahren! 

Nach ein bisschen Spaß im Schnee machen wir uns an den Abstieg, denn der letzte Shuttle Bus fährt zu dieser Jahreszeit um 16.00 Uhr. Und wenn man den verpasst, kann man nach der Wanderung nochmal 10 Kilometer + zu seinem Auto laufen. 😬

Wir reisen IN den Lockdown

Vielleicht fragt ihr euch, wie unsere Reise nach Tasmanien weitergehen wird. Und das ist tatsächlich schon entschieden! 

Wie wir im letzten Blogbeitrag angedeutet hatten, haben wir einen Job im Norden von Victoria gefunden. Und das ist zur Zeit ein großes Problem, denn der Bundesstaat Victoria war Ende Mai / Anfang Juni bereits 7 Tage im COVID-Lockdown und dieser Lockdown wurde jetzt nochmal um mindestens 7 Tage verlängert.

Unsere Fähre ist aber schon gebucht und der Job ist zugesagt. Also bleibt uns wohl nicht viel anderes übrig, als IN einen Lockdown hinein zu reisen. 

Wir mussten einige Telefonate mit der COVID-Hotline etc. führen, um überhaupt erstmal sicherstellen zu können, dass wir mit der Fähre einreisen und vom Fährenhafen in Melbourne (Melbourne ist der COVID-Hotspot) zu unserem Job im eher ländlichen Teil Victorias fahren dürfen. 

Wir dürfen aber und werden das aller Voraussicht nach auch tun.

Im nächsten Bericht können wir euch hoffentlich mehr erzählen! 

Damit viele liebe Grüße und bis bald! ❤

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