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Delfine in Lovina

Kleines Böötchen mit Schaukel im Meer vor Lovina Beach. Bild aus dem Boot heraus geschossen.

Nach unseren abenteuerlichen Erlebnissen auf den Vulkanen Ost-Javas geht es fĂŒr uns mit der FĂ€hre endlich auf die sagenumwobene “Insel der Götter” – auf nach Bali! đŸŒș

Wir verbringen unseren ersten Tage in dem Örtchen Lovina in Nord-Bali. Warum ausgerechnet Lovina? Lovina ist fĂŒr die vielen Delfine bekannt, die dort jeden Morgen zum FrĂŒhstĂŒcken vorbei schwimmen.

Ein Traum…

“Schaut euch die wilden Delfine in Lovina an. Sucht euch ein Fischerbötchen, gebt dem Fischer ein Trinkgeld und lasst euch von ihm mit hinaus aufs Meer nehmen. Dann könnt ihr ganz wunderbar Delfine beobachten.”, hatte uns der Inhaber unserer letzten Unterkunft in Java erzĂ€hlt. Und da mein Herz bei dem Wort “wilde Delfine” sofort höher geschlagen hat, stand unser erstes Ziel auf Bali ziemlich schnell fest: Delfine beobachten in Lovina. 🐬👓

Lovina ist wirklich ein hĂŒbscher Ort. Das Meer ist tiefblau, die AtmosphĂ€re sehr idyllisch und im Gegensatz zu Java, das sehr stark vom muslimischen Glauben geprĂ€gt ist, ist Nord-Bali voller hinduistischer Tempel und RĂ€ucherstĂ€bchen-Duft. Eine sehr nette Abwechslung, finden wir. Wir genießen den Meerblick, den Hotelpool und unser gerĂ€umiges Zimmer mit großen Fenstern (zum ersten Mal seit langem schlafen wir nicht in einem kleinen, dunklen RĂ€umchen!). Ich bin ĂŒberglĂŒcklich und freue mich auf die Delfin-Beobachtung.

… doch die RealitĂ€t war anders!

Leider war die Delfin-Beobachtung dann ganz und gar nicht das, was wir erwartet hatten. Ja, es gab viele Delfine in Lovina und ja, wir konnten sie von Nahem beobachten… aber hier zeigte sich einmal mehr, wie Massentourismus die Natur stört. Und wir sind mit Schuld daran.


Die Jagd auf die Delfine in Lovina

Ein “Fischerboot” haben wir nicht gefunden. Der Strand ist zwar voller kleiner Boote, die aber nicht von Fischern, sondern Hotelinhabern betrieben werden. “Nagut, dann eben so. Ist zwar teurer, aber wir sind extra fĂŒr die Delfine hierher gekommen.”, dachten wir und buchten ein Boot. Blöderweise hatte ich wegen der anstrengenden Tage vorher nicht im Internet recherchiert, sonst hĂ€tten wir die ganze Tour wahrscheinlich gleich gelassen.

“DON’T DO THE DOLPHIN TOUR!”, wird dort nĂ€mlich klipp und klar gesagt.

Und tatsĂ€chlich: am nĂ€chsten Morgen war natĂŒrlich nicht nur ein Boot auf dem Wasser, um Delfine zu beobachten, sondern Dutzende. Sobald eine Schule Delfine aus dem Wasser auftauchte, gaben alle Boote in der NĂ€he Gas und jagten zu der Position der armen Tiere. Diese tauchten dann schnell ab und nach ein paar Minuten an anderer Stelle wieder auf. Von Idylle und einer harmonischen Beziehung zwischen Mensch und Natur keine Spur! NatĂŒrlich können wir nicht sagen, wie die Tiere die Anwesenheit der Boote wirklich empfinden, aber wir hatten beide kein gutes GefĂŒhl an Bord und haben uns geschĂ€mt, die Tour gemacht zu haben. Hier gibt es ein ganz gutes Video, dass die RealitĂ€t beim Delfin-Watching in Lovina zeigt. đŸ˜„

Auch wenn sich unser KapitĂ€n etwas mehr zurĂŒckhielt, als die anderen Boote, reichte uns das “Delfin-Watching” ziemlich schnell und wir kehrten um (deswegen auch leider kaum Fotos). Wenigstens konnten wir danach noch etwas in einem Riff Schnorcheln und wurden auf den Schaukeln an den Boots-Seiten (siehe Bild ganz oben) durchs Wasser gezogen. Das war viel mehr Spaß als das Jagen der Delfine.

Nach unseren Erfahrungen deswegen auch hier noch einmal ganz klar die Empfehlung fĂŒr alle Lovina-Reisenden: bucht keine Delfin-Tour! Wenn ihr unbedingt Delfine in Lovina sehen wollt, versucht euer GlĂŒck und sucht nach einem echten Fischer, der einfach nur zum Fischen aufs Meer hinaus fĂ€hrt und dabei keine Delfine jagt.


Wenn der Boden bebt…

TatsĂ€chlich haben wir am selben Abend unser erstes Erdbeben miterlebt. Wir saßen grade in unserem schönen Hotelzimmer, als der Boden und die WĂ€nde zu wackeln begannen. Das Haus knackte und Ă€chtzte und man spĂŒrte, wie das ganze GebĂ€ude instabil wurde. “RAUS!”, brĂŒllte Marcel mir nur zu und wir rannten hinaus ins Freie. Wir sahen, wie selbst das Wasser im Pool schwappte.

Nach ein paar Sekunden war das Erdbeben vorbei, aber wir standen noch eine Weile völlig perplex da. Es war ein seltsames GefĂŒhl der Natur so machtlos ausgeliefert zu sein. Der Erdboden, der uns immer StablitĂ€t und Halt gegegeben hat, war plötzlich keine Konstante mehr, sondern wird unberechenbar. Ich habe mich in dem Moment sehr klein gefĂŒhlt. 🌎

Wir blieben noch eine Weile draußen, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Erdbeben finden hier wohl ein paar Mal pro Jahr statt. Wir sind zwar froh, mal ein Erdbeben mitbekommen zu haben, aber hoffen, dass es fĂŒr die nĂ€chste Zeit das einzige bleibt. 🙂

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