Indien

Cashews & Dudhsagar-Wasserfälle – 2. Woche Workaway

Fluss nahe der Dudhsagar Wasserfälle in Goa

Seit dem letzten Beitrag hat sich bei uns nicht viel getan… und trotzdem gibt es einiges zu berichten. Von Cashews und den Dudhsagar-Wasserfällen. 🙂

An den fünf Arbeitstagen haben wir viel zu tun. Das Gartenhaus ist zwar mittlerweile regenfest, aber stattdessen gibt es genug andere Aufgaben für uns, die den Tag füllen. Dazu gehören neben der Hunde-Pflege, dem Abwasch und dem Kochen Aufgaben wie Rasenmähen, Unkraut zupfen, den Brunnen schrubben, Hecke abbinden, Platten verlegen und beim Einkaufen helfen. Jeden Tag sind wir viel draußen und haben eigentlich ständig dreckige Hände und Füße und dutzende Moskitostiche an Armen und Beinen. Ein richtiges Landleben eben. 🙂

Nisheeta hat nicht nur einen Mangobaum im Garten, von dem jeden Tag 2-3 sonnengereifte Mangos runterfallen, sondern auch einen Cashew-Baum. Die Cashew-Früchte erinnern vom Aussehen her an Paprikas, essbar ist aber nur der Kern in dem grau-grünen Zipfel der Frucht.

Eine Cashew-Frucht. In dem grau-grünen Zipfel der Frucht befindet sich der Cashew-Kern.

Wisst ihr, wo Cashews herkommen?

Nachdem wir einige Cashews eigesammelt haben, probiere ich, eine zu knacken. Das Unterfangen stellt sich als deutlich schwieriger und gefährlicher heraus, als anfangs gedacht. Unter der Schale der grau-grünen Hülle ist eine ölige Schicht, die total an Nussknacker und Händen klebt.

Das Internet sagt, dass dieses Öl giftig ist und es eine echte Tortour darstellt, den Cashew-Kern aus der Hülle zu bekommen. Würde man den Arbeiterinnen in den Export-Ländern der Cashews vernünftige Löhne für das Entkernen geben, dann wären Cashew-Kerne wohl kaum noch bezahlbar.

Nachdem ich das gelesen habe, wasche ich mir noch mehrmals gründlich die Hände und bin ein bisschen traurig, dass ich heute wohl keine der leckeren Kerne essen kann. Wenigstens haben wir wieder was gelernt und werden Cashew-Kerne in Zukunft mit mehr Andacht essen.

Auf zu den Dudhsagar-Wasserfällen!

Nach fünf Tagen Arbeit bei Nisheeta stehen uns wieder zwei freie Tage zu, die wir natürlich bestmöglich nutzen wollen. Am ersten der beiden freien Tage entschließen wir uns, einen Ausflug zu den Dudhsagar-Wasserfällen zu machen.

Die Dudhsagar-Wasserfälle befinden sich im Bhagwan Mahavir Wild Life Sanctuary, das ca. 2 Stunden Rollerfahrt von unserer Unterkunft entfernt ist. Im frühen Juni, also kurz vor dem Monsun, ist der Wasserstand dort sehr niedrig. Das bedeutet, dass wir uns die schlechteste Zeit für die Besichtigung der Dudhsagar-Wasserfälle ausgesucht haben. Aber wir haben nun mal keine andere Wahl und trösten uns damit, dass in der Nebensaison auch weniger Touristen dort sein werden. (Nach Einsetzen des Monsuns sehen die Dudhsagar-Wasserfälle viel spektakulärer aus. Siehe Youtube-Video hier.)

Der Weg zu den Dudhsagar-Wasserfällen

Collem ist der letzte Ort vor dem Nationalpark, in dem sich die Dudhsagar-Wasserfälle befinden. Hier stellen wir unseren Roller nach 2 Stunden Fahrt für 30 Rupien Parkgebühren (ca. 40 Cent) ab, essen noch zu Mittag und lassen unsere Namen anschließend auf eine Warteliste setzen. Es gibt nämlich einen festen Preis für einen Jeep zu den Wasserfällen und je mehr Personen mitfahren, desto günstiger wird es.

Nach ca. 40 Minuten Wartezeit ist unser Jeep fast voll und wir kaufen uns für 500 Rupien pro Person (ca. 7€) einen Platz im Jeep, der uns die letzten 12 Kilometer zu den Wasserfällen bringt.

Die Straße im Nationalpark ist in denkbar schlechtem Zustand und wir bekommen auf dem Weg noch eine „indische Massage“ von den Schlaglöchern. Dafür entschädigt der Wasserfall dann aber die holprige Fahrt: das Wasser fällt in einen kleinen See, der von großen Steinen und alten, fast schon märchenhaft geformten Bäumen umgeben ist.

Gestatten: Die Dudhsagar-Wasserfälle

Mich erinnern die Bäume hier ein bisschen an die Bilder aus “Das Dschungelbuch” und ich kann mir gut vorstellen, wie auf einem der Äste der schwarze Panther Baghira liegt. Sogar Schwimmen ist in dem See unter den Dudhsagar-Wasserfällen erlaubt, allerdings nur mit angelegter Rettungsweste…

Wir haben 1,5 Stunden Zeit, bevor wir wieder zurück zum Jeep müssen und verbringen diese Zeit fast vollständig im Wasser. Wie alle anderen Frauen hier, lasse ich beim Schwimmen T-Shirt und dünne Stoffhose über dem Bikini angezogen. Zusammen mit der Rettungsweste nervt das zwar ziemlich, aber ist wohl besser, als unangenehm aufzufallen.

Auf dem Rückweg zum Jeep machen wir schnell noch ein paar Fotos und dann geht es wieder zurück zu Nisheeta. Der Sonnenuntergang während einer Rollerfahrt auf dem indischen hHighway ist aber definitiv noch ein letztes Foto des Tages wert:

Straße zu den Dudhsagar-Wasserfällen

Außer unserem Ausflug haben wir mittlerweile auch unseren ersten Monsun-artigen Regen hier erlebt. Ganz überraschend begann es heute morgen für ca. eine Stunde zu gewittern und wie aus Eimern zu regnen und die Umgebungsluft kühlte sich stark ab ( endlich war die Temperatur mal angenehem 😀 ). Gott sei Dank hatten wir in den letzten Tagen schon alles für den Regen vorbereitet… oder zumindest fast alles:

Ein SCHOCKierendes Erlebnis

Als Nisheeta ihr großes Garten-Tor mit Metallrahmen von innen aufschieben wollte, um Brötchen holen zu gehen, bekam sie plötzlich einen starken Stromschlag. Wir suchten natürlich sofort nach der Ursache für die anliegende Spannung und fanden heraus, dass der indische Elektriker, der vor Kurzem den elektrischen Motor des Tores ausgebaut hatte, dabei wohl etwas geschludert hat.

Die Kabel des ausgebauten Motors ragten neben dem Tor völlig unisoliert aus dem Boden und durch das Regenwasser konnte die Spannung plötzlich auch auf den Metallrahmen des Tores und den Gartenzaun übertragen werden. Scheinbar haben die Inder mit Elektrizität genauso wenig Hemmungen wie die Nepalesen… 😀

Wir riefen den Elektriker sofort an und er kam auch – sehr besorgt – direkt zu uns und behob das Problem. Zum Glück ist alles gut ausgegangen und Nisheeta ist mit dem Schrecken davon gekommen.

Wie geht es weiter?

Bevor ich mich jetzt zu sehr in Details und Geschichten aus dem Alltag verliere, beenden wir diesen Beitrag mit unseren Plänen für die nächste Woche. Weil wir mittlerweile ja schon fast alte Hasen für lange Zugfahrten durchs Land sind, haben wir uns entschieden, nochmal Tickets für 24 Stunden Zugfahrt nach Varkala im Bundesstaat Kerala (der südliche Zipfel von Indien) zu buchen, bevor es wieder zurück nach Deutschland geht.

Wir müssen jetzt erstmal durch den Monsun ( ^^, leider mein permanenter Ohrwurm) und melden uns dann hoffentlich gesund wieder aus Varkala. Schreibt uns gerne in den Kommentaren alle Fragen, Verbesserungsvorschläge oder Ideen, die ihr habt. Wir freuen uns wirklich sehr über jede Rückmeldung! 🙂

Viele Grüße nach Deutschland!

4 Gedanken zu „Cashews & Dudhsagar-Wasserfälle – 2. Woche Workaway

  1. Hallo ihr Weltenbummler,
    die Reiseberichte lesen sich voll spannend und sind mit den faszinierenden Bildeindrücken sehr eindringlich, informativ und sehr unterhaltsam:)
    Cashewnüsse werde ich in Zukunft auch mit mehr Achtsamkeit genießen. Mir war gar nicht bewusst, dass der Aufwand so groß ist, sie aus ihrer Schale zu befreien. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Mangos aus Nisheetas Garten sehr köstlich schmecken. Ganz ungefährlich ist die Einstellung und der Umgang mit Elektrizität anscheinend in Indien nicht!!! Nisheeta hatte großes Glück!!!
    Danke für die guten Besserungswünsche. Leider schränkt mich die Fußverletzung arg ein. Wir hatten am 24.05. am Tag unserer Klassenfahrt Dauerregen und heftigstes Hochwasser. Es war hier wie in Venedig. Die Losse flutete Kaufungen. Monsunartige Regen kenne ich aus der Karibik.
    Ja, den Ohrwurm, der dich begleitet in dieser Zeit, der ist ja hier auch oft zu hören gewesen.
    Ich bin gespannt, was ihr aus Varkala berichten werdet!
    Hier ist heute strahlender Sonnenschein.
    Die Grüße habe ich ausgerichtet:)
    Genießt die Zeit. Bald seid ihr ja zu einem Zwischenstopp zurück in der Heimat.
    Liebe Grüße Christiane

    1. Liebe Christiane, nochmal vielen vielen Dank für deine Kommentare! Wir freuen uns immer sehr darüber, aus der Heimat zu hören und natürlich auch über Feedback zu den Beiträgen. Das mit dem Hochwasser haben wir auch schon gehört… das Wetter (insbesondere die Jahreszeiten) scheinen überall auf der Welt verrückt zu spielen. Zum Glück habt ihr aber jetzt erstmal wieder richtig schönes Juni-Wetter. 🙂 Noch einmal gute Besserung und hoffentlich bis bald!

      1. Hi… Mona u.Marsel… freue mich das
        ich so schöne spannende Sachen von euch lesen …
        Und das ihr wohl auf seit..
        Passt gut auf euch auf…
        Liebe Grüße…Marina

        1. Hallo Marina… schön, von dir zu hören! Es freut uns sehr, dass dir die Berichte gefallen und dass du uns geschrieben hast. 🙂 Uns geht es gut hier. Wir haben bisher nur sehr freundliche Inder kennengelernt und fühlen uns auch sonst relativ sicher hier. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, können wir dir nochmal persönlich von unseren Eindrücken und Erfahrungen über Indien berichten.
          Viele Grüße nach Kassel und hoffentlich bis bald, Marcel & Mona

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