Nepal

EBC Teil 2 – Trekking zum Everest Base Camp

Aussicht auf die schneebedeckten Berge des Himalaya

Hier der zweite Teil unserer Trekking-Tour zum EBC – dem Everest Base Camp. Zum Einstieg erstmal ein paar Bilder aus über 4500 Metern Höhe 🙂

Während des Aufstieges wird die Landschaft immer karger, die Unterkünfte immer einfacher, die Nächte immer kälter und alle lebensnotwendigen Dinge (vorallem Trink- und Waschwasser) immer knapper. Ab ca. 3500 m Höhe verwandeln sich die Esel-Kolonnen in Yak-Kolonnen und die Wald-Landschaft wird zu einer kargen Busch-Landschaft. Ab ca. 5000 m Höhe sieht man nur noch Geröll.

Schnee uns Eis begegnen uns auf dem Weg überraschenderweise nur aus der Ferne auf den Berggipfeln und später im Everest Base Camp. Zu unserem Glück, denn wir wandern doch mich sehr unprofessionellem Trekking-Equipment, wie z.B. 15€ Aldi-Schuhen (Marcel) und drei Jahre alten, immer getragenen Schuhe mit mehreren Löchern (Mona).

Aussichtspunkt Kala Patthar (5650m Höhe)

Trotz schlechten Equipments schaffen wir es an Tag 8 von Gorak Shep aus erst auf den Gipfel des Kala Patthar (5650 m Höhe, ein super Aussichtspunkt für den Mount Everest, höchster Punkt der Reise) und erreichen anschließend noch das langersehnte Ziel der Tour: das Base Camp des Mount Everest. Wir haben es trotz aller Schwierigkeiten doch geschafft!

Das Basecamp des Mount Everst (EBC)

Viel gibt es im EBC allerdings nicht zu tun. Das ganze Base Camp ist ein Dorf aus gelben Zelten, in denen sich die Expeditionsteams verschiedener Nationen auf die Gipfelerklimmung Mitte / Ende Mai vorbereiten.

Wie die anderen Trekking-Touristen posieren auch wir vor dem Stein mit Aufschrift “EVEREST BASE CAMP 5364 m” und machen noch ein paar Fotos von der Zeltstadt im Gletscher.

Natürlich habe ich auch nicht vergessen das Stück Fundament in einem der Gletscherseen abseits vom Trubel zurückzulassen. Papa, du kannst jetzt sagen: “Ein Stück meines Hauses befindet sich im Himalaya am Fuße des Mount Everests” 😀

Nacht in Gorak Shep & Höhenkrankheit?

Während sich in der kältesten Nacht unserer Reise in Gorak Shep die Eiskristalle an den Fensterscheiben bilden, rettet mich die Wärmedecke aus einem alten Erste-Hilfe-Kasten (übrigens ein guter Packtipp für Reisen in kalte Gebiete) vor einer Erkältung und verschafft mir wenigstens etwas Schlaf nach unserem anstrengendsten Tag.

Eine Frage, die vielleicht einige von euch jetzt haben werden, bezieht sich bestimmt auf die Höhenkrankheit (AMS). Marcel hat beim Aufstieg nach Kala Patthar Symptome der Höhenkrankheit bekommen (vorallem Kopfschmerzen und Übelkeit), ich habe tagsüber gar nichts gemerkt.

Dafür habe ich die dünne Luft in Höhen von über 4500 m beim Einschlafen gemerkt. Wie uns erklärt wurde, verlangsamt der Körper während des Übergangs in die Schlafphase die Atmung und bekommt plötzlich nicht mehr ausreichend Sauerstoff.

Das macht sich für den einschlafenden Menschen dann so bemerkbar, dass er, anstatt einzuschlafen, leicht panisch mehrmals tief durchatmen muss und wieder wach wird. Erst wenn Müdigkeit und Erschöpfung dieses Phänomen überwogen, konnte ich einschlafen. Da wir aber generell immer sehr früh schlafen gingen, war ich tagsüber Gott sei Dank trotzdem ausgeschlafen.

Der Rückweg dauerte entspannte vier Tage und ging hauptsächlich bergab. Die anstrengenden Steigungen, die es unterwegs doch noch gab, fielen uns viel viel einfacher als auf dem Hinweg – dank mehr Sauerstoffzufuhr, gutem Essen und mittlerweile starken Beinen 🙂

Mir wurde mal gesagt: “Ab 25 gehts bergab… ” und dementsprechend bin ich mit negativen Erwartungen 25 Jahre alt geworden (zumindest ein bisschen). Dass der Begriff bergab aber gar nicht unbedingt nur Schlechtes bedeutet, wurde uns auf dem Rückweg klar! Beim Trekking bedeutet bergab, dass der Weg einfacher wird und die Umgebung wärmer und komfortabler. Eine gute Metapher für das Leben ab 25, wie ich finde (ich schreibe den Satz auch auf die Gefahr, dass mich die 30-jährigen + jetzt bestimmt auslachen) :D.

Ansonsten lehrte uns die Tour auch, die kleinen Dinge des Lebens wirklich schätzen zu lernen. Dazu gehören vorallem eine saubere Toilette, ein gutes Essen, fließendes, klares Wasser, eine warme Dusche und ein sauberes Bett. Wir haben gelernt, wie wichtig manche Dinge sein können, die für uns bisher selbstverständlich waren (Trink- und Waschwasser, Klopapier, Strom, Seife) und wie unwichtig manchmal andere Dinge sein können, auf die wir vorher nicht hätten verzichten können (Smartphone, zehn Paar Socken, Kaffee & Süßigkeiten).

Wir könnten vermutlich noch fünf Seiten von dem Erlebten berichten, aber bevor der Beitrag zu lang wird, hier noch schnell ein paar Updates. Wir waren die letzten vier Tage wieder im GATE-College zum Ausruhen, Wäschewaschen und nochmal Vorbeischauen in der Bäckerei.

Heute haben wir uns mit dem Frühbus auf den Weg zum Chitwan Nationalpark in Süd-Nepal gemacht. Hier wollen wir einige Tage bleiben und von dort aus weiter nach Lumbini (dem Geburtsort Buddhas) fahren. Anschließend wollen wir weiter nach Indien. Die Visa für Indien konnten wir mittlerweile nämlich organisieren und dürfen damit hoffentlich über den Landweg einreisen.

Vielen Dank nochmal für all die lieben Rückmeldungen auf den letzten Beitrag! Das motiviert wirklich dazu, weiter zu machen (auch wenn die Zeit mit Internet gerade knapp ist). Wir haben euch sehr lieb und senden euch viele Grüße nach Deutschland!

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