Tasmania

27. Geburtstag und mit der Fähre nach Tasmanien

Marcel auf der Fähre nach Tasmanien

Unsere Reise geht weiter: Wir sind mit der Fähre nach Tasmanien gefahren! Genauer gesagt haben wir mehr als 700 km vom Harmony House in Inverloch bis nach Nord-Bruny Island im Süden Tasmaniens zurückgelegt. 

Wir sind jetzt also quasi auf einer kleinen Insel (Bruny Island) unter einer mittelgroßen Insel (Tasmanien) unter einem großen Insel-Kontinent (Australien). Oder, wie die Australier sagen: Under Under Down Under.

Bevor wir allerdings von unserer Anreise und derzeitigem Aufenthaltsort berichten, wollen wir euch noch einmal kurz von Monas drittem Geburtstag außerhalb Deutschlands erzählen. 

Monas dritter Geburtstag im Ausland

Mein (Monas) 27. Geburtstag war an unserem vorletzten Tag im Harmony House. 

Die fünf Tage vorher war die Familie des Harmony Houses zu Verwandten in Melbourne gefahren und hat uns als “Haus-sitter” zurückgelassen. Es war ein schönes und gleichzeitig auch etwas seltsames Gefühl, ganz alleine und ohne konkrete Aufgaben (außer Meerschweinchen füttern) in einem großen, modernen Haus in Australien zu wohnen. 

Auch an meinem Geburtstagmorgen waren wir noch alleine im Haus, denn die Familie wollte erst gegen Mittag wieder aus Melbourne zurück kommen, um gemeinsam mit uns Geburtstag zu feiern. 

Und was macht Marcel? Er wusste, dass ich viel früher als er aufstehen würde und hatte auf dem Küchentresen einen “Geburtstagskuchen a la Marcel” vorbereitet:

Kerzen auf einem Toastbrot als Geburtstagskuchen…

Glücklicherweise lagen die restlichen Geburtstagsüberraschungen nicht mehr in seinen Händen. 😀 

Nach vielen Telefonaten nach Deutschland am Nachmittag gab es indisches Abendessen (wie ich es mir gewünscht hatte), eine Geburtstagstorte und ein richtig gutes Privatkonzert von der Familie. Ricks Frau ist nämlich Musical-Sängerin und ihre beiden Töchter sind musikalisch und tänzerisch auch sehr begabt. 

Außerdem bekam ich ein paar Socken mit Kühen drauf und zwei Wärmflaschen als Geburtstagsgeschenke (für den kalten, tasmanischen Winter).

Danach gab es einen tollen Brettspiel-Abend mit dem Spiel “Pandemic”. 😀

“Crazy Face” Foto mit der Familie beim Abendessen.

Von Melbourne mit der Fähre nach Tasmanien

Am übernächsten Morgen nach meinem Geburtstag hatten wir eine Fähre nach Tasmanien gebucht.

Da die Fähre -die “Spirit of Tasmania“- um 8.30 Uhr in Melbourne startete und wir schon zwei Stunden vorher dort sein sollten, mussten wir früh in Inverloch losfahren. Sehr früh. Um 4 Uhr morgens, um genau zu sein. 

Wir wollten spätestens um 6 Uhr an der Fähre sein, um dem extremen Berufsverkehr in Melbourne zu umgehen. Glücklicherweise klappte alles reibungslos und wir waren eines der ersten Autos an der Fähre. 

Die Fähre “Spirit of Tasmania” am frühen Morgen im Hafen in Melbourne

Um auf die Fähre zu kommen, wird jedes Auto vorher einmal durchgeschaut und der Fahrer gefragt: “Haben Sie irgendwelche Früchte dabei? Pflanzensamen? Fleisch? Tiere?“. Denn die Richtlinien für Wareneinfuhr nach Tasmanien sind sehr streng

Um Tasmaniens einzigartige und empfindliche Flora & Fauna zu schützen, dürfen viele Lebensmittel nicht mit auf die Fähre genommen werden. Dazu zählen z.B. auch frisches Obst und Gemüse.

Zum Glück wussten wir schon vorher von diesen Kontrollen und hatten solche kritischen Dinge bewusst nicht mehr im Auto. Wir kamen recht einfach und schnell durch die Kontrolle, zeigten unsere Online-Buchungs-Bestätigung und unsere Tas-E-Travel-Tickets (quasi eine Erlaubnis, dass wir aus einer Corona-sicheren Zone einreisen) am nächsten Schalter vor und durften auf die Fähre fahren.

Die Überfahrt nach Tasmanien

Die Autos stehen in den unteren Etagen der Fähre und die Passagiere halten sich während der Überfahrt in den oberen Etagen auf.

Für einige Dollar mehr hat man die Option, sich eine private Kabine auf der Fähre dazu zu buchen. Aber da die Fahrt sowieso “nur” 10 Stunden tagsüber (von 8.30 bis 18.30 Uhr) dauern sollte, haben wir auf diesen Service verzichtet.

Wir suchten uns also einen gemütlichen Platz mit Steckdosen und Meerblick und machten es uns bequem. Wegen COVID-19 mussten wir auf dem Schiff Masken tragen, die wir zum Glück noch seit letztem Jahr während des Lockdowns in Adelaide im Auto hatten. 

Die erste Stunde der Überfahrt ist das Schiff noch in der Bucht vor Melbourne, in der das Wasser sehr ruhig ist und kaum Wellen vorhanden sind. Nach dieser Stunde muss die Fähre allerdings die “Bass-Straße” durchqueren und in dieser kann es mitunter sehr starken Wellengang geben. 

Nach unseren Segelversuchen in Adelaide wussten wir ja schon, dass Marcel nicht ganz seefest ist. Er hatte sich deshalb schon im Vorfeld vorgenommen, eine Tablette gegen Seekrankheit zu nehmen. Ein super Plan, der allerdings in der Umsetzung scheiterte.

Auf der Bass-Straße angekommen, wird die Fähre nämlich tatsächlich von starken Wellen hin- und hergeschaukelt. Während ich (Mona) draußen die riesigen Wellen bewundere, die wie riesige Fontänen am Bug des Schiffes in die Höhe schießen, bleibt Marcel drinnen und fühlt sich seekrank. 

Hä? Warum wirken denn die Tabletten nicht?“, wundern wir uns, nachdem ich wieder drinnen bin. Ich schaue mir die Verpackung genau an, um nochmal nachzulesen, als es uns plötzlich wie Schuppen von den Augen fällt.

Das waren die falschen Tabletten! Anstatt die blau-weiße Packung mit Tabletten gegen Seekrankheit zu nehmen, haben wir am frühen Morgen die blau-weiße Packung mit Wasserreinigungstabletten aus unserem Medizin-Kistchen gekramt. Diese hatten wir während der Trekking-Tour durch Nepal gekauft und ganz vergessen, dass wir sie überhaupt noch dabei hatten.

Da Seekrankheitstabletten angeblich nicht mehr wirken, wenn man sich erst einmal seekrank fühlt, hatte Marcel also noch schreckliche 9 Stunden Fahrt vor sich, die er die meiste Zeit einfach verschlief. 

Ich holte ihm währenddessen Eiswürfel und Wasser und schlenderte ansonsten zwischen unseren Plätzen mit Steckdosen und der Reling draußen hin- und her. Einmal entdeckte ich eine Schule Delfine im Wasser, aber ansonsten verlief die Fahrt für mich relativ ereignislos.  

Kurz vor Ankunft in Devonport (eine Stadt im Norden Tasmaniens) fragte ich in der Küche der Fähre nach, ob ich unsere Thermoskanne dort noch mit heißem Wasser füllen darf, was sie freundlicherweise bejahten. 

Ankunft in Devonport

Pünktlich um 18.30 Uhr erreichten wir dann Devonport und konnten -nach einer erneuten, kurzen Kontrolle unseres Gepäcks auf verbotene Lebensmittel und einem Messen unserer Temperatur- relativ einfach von der Fähre hinunterfahren. Marcel war heilfroh, dass wir die Fähre nun endlich verlassen konnten und uns wieder auf Festland befanden.

Da unser nächstes Ziel (ein neuer Freiwilligen-Arbeitsplatz) ganz im Süden Tasmaniens liegt, hatten wir uns schon den Tag vorher entschieden, eine Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz in unserem Auto zu übernachten

Wir kauften also schnell noch ein bisschen Obst und Gemüse im nächsten Supermarkt und machten uns auf dem Weg zum kostenlosen Campingplatz, auf dem wir die Nacht verbrachten.

Dort angekommen, füllten wir das heiße Wasser aus der Thermoskanne in die Wärmflaschen und hatten so genug Wärme, um in der Nacht im Auto nicht zu frieren. 

Ja und am nächsten Morgen fuhren wir dann einmal von Norden nach Süden durch Tasmanien und erreichten unser nächstes Ziel, Bruny Island, am Nachmittag.

Was uns hier erwartet, erzählen wir im nächsten Beitrag. 🙂 

Damit viele liebe Grüße und bis bald! ♥

Ein Gedanke zu „27. Geburtstag und mit der Fähre nach Tasmanien

  1. Als ich bin jetzt hier ein “follower” 🙂
    Ich weiß zwar schon viel, aber es ist immer gut hier zu lesen!!
    LG, Papa

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