South Australia

Feuer in Australien 2020 ‱ Erfahrungsbericht aus Australien

Flammen eines Bodenfeuers

Januar 2020. UnzĂ€hlige, unkontrollierte Feuer in Australien. Das ganze Land brennt! Und wir sind mittendrin…

Als wir im Dezember 2019 mit der AIDA im Norden des Landes anlegten, konnten wir noch nicht ahnen, dass wir uns den denkbar schlechtesten Zeitpunkt fĂŒr eine Reise durch Australien ausgesucht hatten. “Bekommt ihr was mit von den Feuern?“, werden wir immer wieder gefragt und natĂŒrlich tun wir das! Aber vielleicht anders, als jeder erwartet hĂ€tte. Ein ehrliches Statement von zwei Australien-Reisenden.

  1. Der Busch brennt doch schon seit Jahrtausenden – was ist jetzt anders?
  2. Reisen durch Australien 2020 – wie es wirklich ist

Marcel in den Mataranka Hot Springs. Drumherum verkohlte BĂ€ume.
Seht ihr die verkohlten BaumstÀmme im Hintergrund? WaldbrÀnde sind in Australien keine Seltenheit.

1) Der Busch brennt doch schon seit Jahrtausenden – was ist jetzt anders?

Buschfeuer gibt es schon seit Millionen von Jahren auf dem australischen Kontinent. Durch BlitzschlĂ€ge entfacht, breiteten sich die Feuer im australischen Sommer (November – Februar) rasend schnell in den trockenen Gras- und Waldlandschaften des Landes aus. Dementsprechend ist die ganze Natur hier an Feuer und BuschbrĂ€nde angepasst. Es gibt feuerresistente BĂ€ume und Pflanzen, deren Samen erst bei sehr heißen Temperaturen zu keimen beginnen.

FĂŒr die Aborigines waren die BuschbrĂ€nde frĂŒher ein Segen! Sie entfachten im Winter und bei gĂŒnstigen Wind absichtlich Buschfeuer, um die Landschaft zu pflegen und ihre Jagd zu vereinfachen.

Sind die Feuer dann also gut?

Nein! Denn die Sommer sind in den letzten Jahren viel heißer und trockener geworden. Riesige FlĂ€chen des Landes brennen völlig unkontrolliert und mit viel höheren Tempertauren, als die australische Natur gewohnt ist. Die Tiere können den BrĂ€nden nicht entkommen und sterben in Massen in den Flammen. WĂ€lder, die vorher noch nie gebrannt haben und nicht feuerresistent sind, brennen ab. Die Feuer in Australien im Jahr 2020 werden irreversible SchĂ€den verursachen!



2) Reisen – wie es mit dem Feuer in Australien 2020 wirklich ist

Was bekommen wir von den Feuern mit? Um ehrlich zu sein… wĂ€ren die Medien nicht voller Berichterstattungen ĂŒber die BuschbrĂ€nde, hĂ€tten wir hier in Adelaide im SĂŒden Australien nicht allzu viel mitbekommen. Ja, es gibt superheiße Tage. Und ja, es gibt kaum Regen. Und ja, das ganze Land ist sehr sehr trocken (siehe Video vom Roadtrip durchs Outback ganz unten auf der Seite). Aber in den großen StĂ€dten sind die Menschen bisher Gott sei Dank noch sicher. Wir erleben die katastrophale Situation bisher eher indirekt mit. Das Wasser wird immer kostbarer und macht sich in steigenden Preisen und vielen verdorrten VorgĂ€rten bemerkbar.

Das heißt natĂŒrlich nicht, dass hier feuertechnisch alles paletti wĂ€re. Ganz und gar nicht! In den Adelaide Hills, also ca. 20 Kilometer von uns entfernt, ist die Ernte einiger Kirschplantage und Weinfarmen abgebrannt. Ein Drittel (!) von ganz Kangoroo Island brennt unkontrolliert und verheerend. Tausende Tiere sterben dort in den Flammen. Die BrĂ€nde sind DAS Thema Nr. 1 in den australischen Medien. Es gibt dutzende Reisewarnungen und viele Straßensperrungen.

Die Einheimischen sehen den BrĂ€nden mit gemischten GefĂŒhlen entgegen. Viele reagieren mit BedrĂŒckung, Angst, KopfschĂŒtteln und Bedauern auf die schrecklichen Nachrichten. Manche glauben aber auch, die Natur wĂŒrde sich auch von diesen BrĂ€nden schnell wieder erholen – so, wie sie das schon immer getan hat. Und manche Australier sehen in den BuschbrĂ€nden eine Chance. Die Chance, dass die australische Regierung den Klimawandel nun endlich nicht mehr leugnen kann. Dass die Feuer in Australien das Land aufwecken und seine Politik endlich klimafreundlicher wird!

Wie geht es weiter? Nicht gut, vermutlich…

Koala bei Adelaide, der einen Baum hochklettert
Diesem Koala in den Adelaide Hills geht es Gott sei Dank noch gut!

Wir hoffen natĂŒrlich, dass sich die Situation bald verbessern wird. Leider sieht es aber gar nicht danach aus. Die Trockenheit wird voraussichtlich noch bis MĂ€rz anhalten und die Temperaturen sollen sogar bis Februar noch weiter steigen! Die Feuerwehr, die hier zum Großteil aus Freiwilligen besteht, stĂ¶ĂŸt jetzt schon an ihre Grenzen. Gott sei Dank blickt zur Zeit die ganze Welt auf Australien und unterstĂŒtzt die Australier, so gut es nur geht. DANKE fĂŒr jede Hilfe!

Die Feuer in Australien sind aber nur die Symptome der globalen Krankheit Klimawandel. Lasst uns nicht nur die Symptome bekÀmpfen, sondern auch das Problem an der Wurzel packen! Lieber klein anfangen, als nach Perfektionismus zu streben und gar nichts tun. Jedes bisschen Umweltschutz hilft!

Damit traurige und hoffnungsvolle GrĂŒĂŸe aus Down Under!

Zusammenfassung

Sind BuschbrÀnde in Australien nicht normal?

Ja und nein. Buschfeuer gibt es schon seit Jahrtausenden auf dem australischen Kontinent und wurden frĂŒher von den Aborigines sogar absichtlich gelegt. Aber die Feuer in diesem Jahr brennen deutlich heißer und viel grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen ab als “normal”.

Wie ist die momentane Situation in Adelaide?

Wir bekommen hier zum GlĂŒck bisher noch nicht viel von den Feuern mit. Auf Kangoroo Island, ca. 120 Kilometer sĂŒdlich von Adelaide, sieht es aber ganz anders aus. Dort brennt die halbe Insel.

Haben die Feuer in Australien auch etwas Gutes?

Sie haben auf jeden Fall zu viel Schlechtes! Aber vielleicht / hoffentlich wird die australische Politik durch die verheerenden SchÀden zu mehr umwelt- und klimafreundlichem Handeln gezwungen.

2 Gedanken zu „Feuer in Australien 2020 ‱ Erfahrungsbericht aus Australien

  1. Da Politiker oft andere Ziele verfolgen, als die, die notwendig wĂ€ren, um die Klimasituation zu verĂ€ndern, ist der Appell klein anzufangen, immerhin ein Anfang. WĂŒnschenswert wĂ€re, dass ein komplettes Aufwachen erfolgen wĂŒrde und Maßnahmen ergriffen werfen von Politik und Wirtschaft, die maßgeblich greifen. Das Prinzip Hoffnung bleibt.

    1. Ja das wĂ€re natĂŒrlich optimal! Letztendlich sind wir die Konsumenten und unsere Einkaufszettel sind unsere Stimmzettel. Wenn sich die Mehrheit fĂŒr Umweltschutz einsetzt und engagiert, werden Politik und Wirtschaft mitziehen mĂŒssen. Am besten weltweit! 🙂

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