AustralienSouth Australia

Corona-Krise: Nach Hause fliegen oder bleiben?

Grafik: Die Welt in Coronavirus-Form

Mittlerweile ist wohl nicht mehr zu übersehen, dass Corona die Welt verändert. In Deutschland, in Australien, überall. Und vermutlich wird sich dieser Ausnahmezustand noch eine Weile halten. Reisen ist damit gestorben.

Deshalb stellt sich für uns jetzt die große Frage: Fliegen oder Bleiben? Sollen wir noch versuchen, einen der extrem selten gewordenen Flieger zurück nach Deutschland zu erwischen? Oder ist es besser, erstmal die Füße still zu halten und abzuwarten?

Flugzeugflügel: Nach Hause fliegen wegen Corona?


Unsere derzeitige Situation

Wir leben immer noch bei unserem “Ozzie Dad” Bruce und die längsten 2 Tage unseres Lebens werden immer länger (ursprünglich wollten wir ja nur zwei Nächte bei ihm couchsurfen) . 😅

Mittlerweile sind wir aber keine Couchsurfer mehr, sondern “Housemates“, wie Bruce so schön sagt. Und unser Zusammenleben funktioniert auch wirklich sehr gut. 

Den Job als Weintraubenpflücker haben wir dabei aber schon vor zweieinhalb Wochen aufgegeben, um eine Ansteckung mit Corona an der Arbeit zu vermeiden und unseren “Ozzie Dad” nicht in Gefahr zu bringen. Er selber ist selbstständig und arbeitet sowieso schon seit Jahren von zuhause aus.  So leben wir drei also -wie wohl die meisten gerade- in ziemlicher Isolation.

Da die Auftragslage für Bruce im Baugewerbe aber zur Zeit ziemlich mau aussieht, haben wir letzte Woche erstmal gründlich unsere Finanzen gecheckt.  Dabei sind wir zu dem Fazit gekommen, dass sowohl er, als auch wir mit etwas Sparsamkeit mindestens 10 Monate von unseren Ersparnissen leben könnten – vorausgesetzt natürlich, die Wirtschaft bricht nicht komplett zusammen.

Insofern ist unsere Lage also “sweet as apple pie” (=”so süß wie Apfelkuchen“). Naja, fast zumindest…


Heimweh & Gefangen auf der Insel?

Denn natürlich hängt ein Teil unserer Herzen in Deutschland. Bei unseren Familien und Freunden. Wir sind jetzt seit über einem Jahr unterwegs und bekommen langsam etwas Heimweh.

Es gab Pläne, dass meine Mama, meine Schwester und meine Freundin diesen Sommer zu uns nach Australien kommen und uns ein Stück auf Reisen begleiten – aber all das hat Corona unmöglich gemacht. Und das ist nicht das Einzige…

Zum ersten Mal auf unserer Reise haben wir nicht mehr die Sicherheit, dass wir -wenn wir wirklich wollten- zurück nach Hause kommen könnten.

✈️ Am 5.4. geht noch ein Flieger aus Sydney nach Deutschland – mit den zwei deutschen Freunden vom Traubenpflücker-Job an Bord. Aber wie es mit Flügen danach aussieht, wissen wir nicht. Und Infos sind Mangelware.

Alle deutschen Botschaften in ganz Australien geben auf ihren Websites an, dass sie zur Zeit vollkommen überlastet sind und nur Notfälle nach Termin per E-Mail bearbeiten können. Auskunft dort können wir also knicken…

Jetzt stellt sich die große Frage: Bemühen wir uns darum, noch irgendeinen Flug zu bekommen, oder bleiben wir hier? Fliegen oder Bleiben? Wie lange dauert die Krise denn überhaupt noch?


Fliegen oder Bleiben?

Wirklich angefangen, ernsthaft über diese Frage nachzudenken, haben wir erst nach einem Video von MaiLab – einer Chemikerin, die ziemlich gute Youtube-Videos macht.

Ich fürchte, wir brauchen noch viel Ausdauer“, sagt sie in ihrem Video: „Die Corona-Krise geht gerade erst los.“

Anschließend begründet sie ihre Aussagen ziemlich gut. Ein Ende der Corona-Krise im Juni oder Juli, so wie wir uns das gewünscht hatten, klingt seitdem eher wie Utopie. Und wir fühlen uns gefangen.

Vermutlich geht es euch ähnlich. Egal, ob man jetzt zuhause, oder in Australien festsitzt. Isolation ist Isolation. Und die Aussicht auf mindestens ein Jahr Isolation kann erstmal erschrecken…

Klar, wir können viel machen. Das Internet bietet unendliche Möglichkeiten für Beschäftigung: sinnvolle Dinge, Unterhaltsames, Soziales. Trotzdem ist der Gedanke, dass es unmöglich sein wird,  unsere Familien und Freunde für mindestens ein Jahr lang wiederzusehen, alles andere als schön.

Sollen wir also noch probieren, irgendwie zurückzufliegen?

Uns auf den Weg nach Sydney machen, uns wegen Bundesstaatswechsel dort zwei Wochen in Quarantäne begeben und dann hoffen, dass irgendein Flieger geht? ✈️

Zurück nach Adelaide würden wir dann übrigens nicht mehr kommen, denn die Grenzen von Südaustralien sind schon lange dicht.

Oder bleiben wir bei Bruce? Suchen uns hier vielleicht nochmal risikoärmere Arbeit und harren aus? Bisher gibt es im Bundesstaat Südaustralien mit einer Fläche doppelt so groß wie Deutschland zur Zeit nur knapp 400 registrierte Corona-Fälle. Die Tendenz war in den letzten Tagen sogar rückläufig. Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung auf ein schnelleres Ende der drastischen Einschränkungen? Zumindest hier… ?

Bruces Schwester, die im Krankenhaus arbeitet, sagt, dass man dort von noch mindestens 6 Monaten bis zu einem absehbaren Ende der Krise erwartet.

Fliegen oder Bleiben? Wir wissen es nicht… Was würdet ihr tun?

Wie auch immer. Im Vergleich zu vielen anderen Menschen, die gerade um ihre Existenz kämpfen müssen, geht es uns ziemlich gut. Deswegen wollen wir uns nicht beschweren. Im schlimmsten Fall gibt es demnächst keine Flüge mehr und wir müssen hier in Adelaide abwarten – keine lebensbedrohliche Situation. 🙂

Wie geht es euch? Schreibt uns gerne in den Kommentaren, auf Instagram, per Mail, SMS oder Whatsapp. Wir freuen uns über Nachrichten von zuhause! ❤️

Viele liebe Grüße und #stayhealthy 🍏😘

2 Gedanken zu „Corona-Krise: Nach Hause fliegen oder bleiben?

  1. Vertau auf Gott in aller Not er Hilfe so gern der treue Gott!
    Das muss man glaubt und erbeten.
    Wir können euch im Notfall auch finanziell unterstützt.
    LG.von Zuhause

    1. Ja das stimmt – bisher hat er immer gut auf uns augepasst und dafür sind wir sehr dankbar.
      Danke, das ist lieb. Hoffentlich tritt kein Notfall ein…
      Viele liebe Grüße nach Hause!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.