Nepal

Friseur & Zahnarzt in Nepal

HAMS-Hospital in Kathmand

Friseur und Zahnarzt in Nepal? Ich dachte zuerst, wir hätten unter der Woche nichts aus dem Alltag zu schreiben, aber genau das Gegenteil ist der Fall! Denn gerade die alltäglichen Dingen können in einem anderen Land sehr spannend sein. 😀

Doch bevor wir von Marcels Besuch beim Friseur und beim Zahnarzt berichten, möchten wir uns nochmal für alle liebe Grüße bedanken und ganz besonders bei Doris für das Angebot, Marcel beim Straßenhunde füttern zu unterstützen! Wir überlegen gerade noch, wie man durch Extra-Futter möglichst vielen Straßenhunden Gutes tun kann. Eine seriöse Hilfsorganisation für Tiere kennen wir hier bisher leider noch nicht, aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit, um uns umzuhören und nachzudenken.

Friseur in Nepal

Jetzt zum Friseur: Friseure für Männer gibt es in Kathmandu zum Glück viele, sodass wir keine Probleme hatten, einen Friseur für Marcel zu finden.

Mit Händen, Fotos und etwas Englisch versuchten wir zu beschreiben, wie die Haare ungefähr geschnitten werden sollen. Der Salon an sich war ziemlich klein und nur mit dem Nötigsten ausgestattet. In einer Ecke hing ein uralter Fernseher, auf dem ich Fußball schaute, während Marcel die Haare geschnitten wurden.

Der Friseur schnitt nur mit der Schere und war nach ca. 10 Minuten fertig. Nach dem Haarschnitt gab es noch eine Kopfmassage und zwei Drehbewegungen des Kopfes, sodass Marcels Halswirbelsäule zweimal laut knackte und er sich danach viel befreiter fühlte 😀

Alles in allem kostete der Friseurbesuch 100 nepalesische Rupien (also ca. 80 Cent), aber wir waren so überrascht von dem Preis und so begeistert von dem Ergebnis, dass wir den doppelten Preis bezahlten.

Zahnarzt in Nepal

Die zweite Überraschung erlebten wir im HAMS-Krankenhaus.

Marcel war vor ca. einer Woche durch Kauen auf harten Körnern im Abendessen ein Drittel seines Backenzahns abgebrochen.

Da der Zahn schon in Deutschland sein Problem-Zahn war, der auch schon an der Wurzel behandelt worden war, hatte er glücklicherweise keine Schmerzen. Trotzdem war es mir lieber, dass sich ein Arzt das Ganze mal anschaut.

Wir gingen also in die Zahnabteilung des nahegelegenen HAMS-Krankenhauses. Der Dentalbereich der Klinik war schlicht eingerichtet, sah aber für nepalesische Verhältnisse sehr sauber aus.

Wir kamen ohne Wartezeit sofort dran und Marcel wurde für 300 Rupien (ca. 2,40€) von einer Zahnärztin untersucht (unsere Reiseversicherung deckt leider nur schmerzstillende Zahnbehandlungen ab). Um zu überprüfen, ob die Wurzel bakterienfrei ist, wurden Röntgenbilder von dem betroffenen Zahn sowie den Nachbarzähnen gemacht.

Uns wunderte, dass sich während der Aufnahmen drei Personen in dem Röntgenraum befanden und Marcel keinen Blei-Schutz oder Ähnliches bekam…

Die Ärztin entschied anschließend, dass eine Krone wohl das beste für seinen Zahn wäre. Deshalb wurde per Handy-Anruf ein Termin mit einem Kronen-Spezialisten für den nächsten Tag ausgemacht.

Kronen-Tourismus in Nepal

Am nächsten Tag, einem Samstag, wunderten wir uns zuerst, dass außer uns niemand in der Klinik war. Aber hier in Nepal ist der Samstag in etwa vergleichbar mit dem Sonntag in Deutschland.

Der Spezialist kam in Jeans und Freizeit T-Shirt. Er sprach gutes Englisch und erklärte uns nett die verschiedenen Optionen (Metall, Metall-Keramik, Keramik-Zirkonia). Marcel entschied sich für eine Metall-Keramik-Krone.

Alles in allem soll die Behandlung mit Krone umgerechnet ca. 120€ kosten. Auch über diesen Preis staunten wir, da man in Deutschland unseres Wissens nach für eine Krone 300€ oder mehr bezahlt – und das, obwohl die Krankenkassen schon 70% der Kosten trägt.

Der Spezialist erzählte uns während der Behandlung auch, dass er ziemlich viele Touristen behandelt. Scheinbar gibt es eine Menge “Kronen-Touristen”, also Menschen, die eine Trekking-Tour in Nepal machen und nebenbei hier günstig ihre Zahnkronen machen lassen. Bei drei Kronen oder mehr rentieren sich die Flugkosten ja auch fast schon :D.

Ob sich der Preisunterschied in der Qualität der Kronen bemerkbar macht, werden wir wohl erst später berichten können.

Ein kleines Update

Gesundheitlich geht es uns ansonsten Gott sei Dank gut und wir haben bisher keine Probleme, die durch die ungewohnten hygienischen Bedingungen verursacht werden können.

Jeden Morgen fahren wir um 7 Uhr morgens am GATE College los zur Bäckerei, wo Marcel stetig neue Produkte ausprobiert und vorhandene Rezepte optimiert. Heute durfte er in der Mittagspause das Motorrad eines Kollegen fahren (siehe Bilder unten) und morgen will ich es vielleicht mal versuchen. Für unsere besorgten Mamas: Die Bilder habe ich vor der Fahrt gemacht, beim Fahren hatte er selbstverständlich einen Helm auf ;). Liebe Grüße und bis bald! ❤

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