Victoria

COVID-Update: Delta-Variante in Australien & Lockdown in Victoria

G’day! Wie der Titel schon verrĂ€t, gab es bis gestern einen kompletten Lockdown in Victoria. Das heißt, auch wir im lĂ€ndlichen Teil des Bundesstaates, waren davon betroffen. Nach unserem kurzen Hardcore-Lockdown in Adelaide letztes Jahr, waren wir damit zum zweiten Mal seit Ausbruch Coronas in einem harten Lockdown.

Wie die Delta-Variante des Coronavirus gerade in Australien wĂŒtetet und was das fĂŒr uns bedeutet, berichten wir in diesem kurzen Beitrag. 

Delta-Variante des Coronavirus in Australien

Vor ca. anderthalb Monaten…

…als wir von Tasmanien nach Victoria gereist sind, fing es an, dass sich die Delta-Variante in Australien verbreitete. Zu dem Zeitpunkt war die Stadt Melbourne im Bundesstaat Victoria eines der ersten betroffenen Gebiete und befand sich bei unserer Einreise nach Victoria schon seit anderthalb Wochen im Lockdown.

FĂŒr den lĂ€ndlichen Teil Victorias, also dort, wo wir auf der Dairy Farm arbeiten, war der Lockdown zu diesem Zeitpunkt sogar schon wieder aufgehoben und wir mussten, bis auf das Maske-tragen und Einchecken beim Einkaufen, nicht mehr allzu viele EinschrĂ€nkungen mit. Nochmal ca. eine Woche spĂ€ter war Covid scheinbar auch in Melbourne wieder verschwunden und die Stadt wurde aus dem Lockdown befreit. 

So weit, so gut.

Dann allerdings, nur ein paar Wochen spĂ€ter, gab es neue AusbrĂŒche der Delta-Variante in Sydney und im umliegenden Bundesstaat New South Wales. Die australische Regierung verhing sofort (Reise-) EinschrĂ€nkungen, aber die Delta-Variante scheint so infektiös zu sein, dass die bisherigen Maßnahmen nicht mehr ausreichten, um das Coronavirus einzudĂ€mmen. Sydney (& der ganze Bundesstaat New South Wales) musste in den Lockdown und nur zwei Wochen spĂ€ter folgten die Stadt Adelaide und der ganze Bundesstaat Victoria (also auch wir).

Von insgesamt 25 Millionen Australiern befand sich Mitte / Ende Juli knapp die HÀlfte der gesamten Bevölkerung in einem harten Lockdown

Wie konnte sich die Situation hier so schnell von “alles ok” auf “die meisten sind im Lockdown” verĂ€ndern?

Da gibt es wahrscheinlich viele GrĂŒnde, aber allen voran stehen vermutlich die geringe Impfquote des Landes (nur knapp 13% der Bevölkerung sind zur Zeit vollstĂ€ndig geimpft), die Saison (hier ist Winter), die hohe Ansteckungsrate der Delta-Variante und die Sache, dass die Australier extrem vorsichtig sind.

Insgesamt gibt es “nur” 2000 FĂ€lle im ganzen Land, aber die Regierungen hier probieren, die Verbreitung des Virus zu stoppen, bevor sie außer Kontrolle gerĂ€t und nicht mehr ĂŒber Kontaktverfolgung nachverfolgt werden kann. So werden selbst bei nur einer Handvoll COVID-FĂ€llen bedingungslos ganze StĂ€dte in den Lockdown geschickt. 

Was bedeutet der Lockdown in Victoria fĂŒr uns?

Kurzfristig bedeutet der Lockdown fĂŒr uns erstmal nicht viel.

Da die KĂŒhe der Dairy-Farm gemolken werden mĂŒssen, zĂ€hlen wir zu den “essential workers” und das ganze Team durfte ganz normal weiter an die Arbeit gehen. Das ist wohl einer der Vorteile, wenn man irgendwo im Nirgendwo wohnt und den ganzen Tag lang in Kuh-Kacke steht. 😀 

Aber da kommen wir auch direkt zur einzigen EinschrĂ€nkung, die der Lockdown fĂŒr uns bedeutet: Das Einkaufen im Supermarkt. In dem harten Lockdown in Victoria darf eigentlich nur eine Person pro Haushalt maximal einmal pro Tag einkaufen gehen. Und das in einem Laden, der maximal 5 Kilometer vom Wohnort entfernt ist.

Im Umkreis von 5 Kilometern gibt es hier aber keinen einzigen Laden. Nicht mal eine Tankstelle oder einen Kiosk. In solchen FĂ€llen, die vor allem im lĂ€ndlichen Victoria sehr hĂ€ufig vorkommen, wird die Regel erweitert und man darf zum nĂ€chstmöglichen Lebensmittelladen fahren. Aber auch das ist bei uns hier auf dem Land nicht so praktisch. Denn der nĂ€chste Laden ist nur ein ganz kleiner Laden in ca. 20 Minuten Entfernung, der lange nicht alles hat, was wir gerne kaufen wĂŒrden (normalerweise kaufen wir Lebensmittel hier eigentlich fĂŒr zwei Wochen im großen Supermarkt in der nĂ€chsten Stadt ein).

So haben wir dank des Lockdowns die letzten anderthalb Wochen essenstechnisch auf Sparflamme gelebt, aber immerhin sitzen wir nicht eingesperrt irgendwo in einer kleinen Wohnung in der Stadt fest und können die Zeit nutzen, um unsere Reisekasse wieder aufzufĂŒllen. 

Gestern, also am Mittwoch (28.7.) wurde der Lockdown in Victoria dann endlich wieder aufgehoben. Da Gott sei Dank auch direkt unsere beiden freien Tage der Woche anstanden, fuhren wir sofort in einen großen Supermarkt nach Bendigo und deckten uns erstmal wieder dick mit gutem Essen ein. 🙂 

Außerdem besichtigten wir auf unserem Weg dorthin ganz spontan noch die Great Stupa of Universal Compassion und ihren einzigartigen Jade-Buddha.

Die Ausbreitung der Delta-Variante und unsere weiteren PlÀne

Was die Ausbreitung der Delta-Variante mittelfristig fĂŒr uns bedeutet, hĂ€ngt ganz davon ab, wie sich die Situation hier entwickelt. Wir sind erstmal noch etwas mehr als 4 Wochen hier auf der Dairy-Farm, wo uns all die Reise-EinschrĂ€nkungen nicht stören. Aber sobald wir weiterreisen wollen, mĂŒssen wir schauen, welche Grenzen offen sind und welche nicht. Planen lĂ€sst sich, wie so oft, mal wieder gar nichts.

Tendenziell wĂŒrden wir gerne noch Sydney und das Great Barrier Reef sehen, aber ob das möglich sein wird, werden wir wohl erst sehen, wenn es soweit ist.

Falls ihr euch ĂŒbrigens fragt, ob wir hier auch geimpft werden, ist die Antwort “Ja, aber…”. Die Impfung gibt es kostenlos fĂŒr jeden – auch fĂŒr Backpacker. Allerdings ist Australien noch nicht besonders weit in der Verteilung der Impfstoffe und wir stehen als junge, nicht vorbelastete Menschen, ziemlich weit hinten auf der Warteliste fĂŒr Biontech / Pfizer. Andere Impfstoffe (vor allem Astrazeneca) werden fĂŒr unter 50-jĂ€hrige zur Zeit nicht empfohlen. (Disclaimer: Wir haben uns noch nicht besonders intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt, sondern nur den “VerfĂŒgbarkeit-Test” auf einer Website der australischen Regierung gemacht.)

Alles, was wir tun können, ist also einfach weitermachen wie bisher, abwarten und relativ spontan einen Plan fĂŒr die Weiterreise auszutĂŒfteln. Das ist aber kein Problem, denn darin sind wir ja schon geĂŒbt. 🙂 

Im nĂ€chsten Beitrag werden wir euch vielleicht vom Melken der 1700 KĂŒhe hier berichten und ihr werdet den Grund erfahren, warum wir nie ohne Kopfbedeckung zur Milking-Schicht gehen. 😅 Die Arbeit im industriellen Melken ist definitiv ein Erlebnis, dass wir wohl nicht wieder vergessen werden. Ähnlich wie die Arbeit am laufenden Band auf der Kartoffelfarm in Parilla – und doch auch wieder ganz anders. 

Bis dahin aber erstmal viele liebe GrĂŒĂŸe – gerade eben so nicht mehr aus dem Lockdown.

Bis bald! ❀

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