Indonesien

F.W. 2: Blaues Feuer am Mount Ijen

Türkisfarbener Säuresee des Mount Ijen.

Nach dem Sonnenaufgang am Bromo und der schrecklichen Busfahrt zur Stadt Banyuwangi brauchen wir erstmal einen Tag Pause mit Ausschlafen, bevor es in der zweiten Nacht wieder früh los geht… dieses Mal zum “Blauen Feuer des Mount Ijen”. Hier haben wir uns aus verschiedenen Gründen schließlich für die Buchung einer klassischen Touristen-Tour entschieden.

Mount Ijen Tour

Für 275 000 Rupien pro Person (ca. 18€)  buchen wir also ein „Mount Ijen Komplett-Paket“ mit Jeep, Guide, Schutzausrüstung, Eintritt, Frühstück und Fahrt zu einem nahegelegenen Wasserfall. Um kurz nach Mitternacht (!) werden wir an der Unterkunft abgeholt. Ich habe immerhin zwei Stunden schlafen können, Marcel gar nicht. 😑

Unsere Gruppe besteht außer uns aus einem Guide und vier jungen Französinnen. Nach  einer guten Stunde Fahrt mit dem Jeep erreichen wir den Parkplatz am Mount Ijen und beginnen zusammen mit vielen vielen anderen Touristen den steilen Aufstieg.

Umrisse von Marcel bei Nacht am Kratersee des Mount Ijen.

Allein schon die Atmosphäre auf dem Weg zum Krater hin wäre das frühe Aufstehen wert gewesen. Auf 2000 Meter Höhe ist die Luft auch hier in Indonesien angenehm kühl, es riecht frisch und das Mondlicht beleuchtet die umliegenden Berge sanft. Teilweise ist es neblig und gibt den schwarzen Umrissen der Bäume am Wegesrand einen gespenstisches Aussehen.

Nach etwa anderthalb Stunden Fußmarsch erreichen wir den Kraterrand – aber damit ist es noch nicht geschafft. Das Blaue Feuer ist nämlich nur im Tal des Kraters sichtbar, sodass wir jetzt wieder bergab kraxeln müssen.

Dann sehen wir es! Das blau lodernde Feuer des Mount Ijen.

Aber warum ist das Feuer blau?

Das, was dort austritt, sind heiße Schwefelgase, die mit dem Sauerstoff der Außenluft reagieren und sich sofort entzünden. Ein Teil des Gases kondensiert und fließt den Hang hinab in einen großen See. Hier mischen sich Wasser und Schwefeldioxid und es entsteht ein giftiges Gemisch. Manchmal wird der türkisfarbene Kratersee am Mount Ijen auch als das “Säurefass der Erde” bezeichnet.

Um uns vor den austretenen Dämpfen zu schützen, sind wir mit Atemmaske und Schutzbrille ausgestattet. So nah am blauen Feuer sind wir auch wirklich froh darüber, denn selbst mit Schutzkleidung tränen die Augen, es riecht unangenehm und kratzt im Hals… Vulkane sind eben keine besonders lebensfreundlichen Orte.

Wir steigen den Krater wieder hinauf, um den Kraterrand rechtzeitig zum Sonnenaufgang zu erreichen. Hier wartet dann noch ein spektakulärer Ausblick über den Säuresee auf uns, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Parkplatz machen.

Den steilen Weg bergauf und -ab in den Krater, den wir heute einmal zurück gelegt haben, laufen die Schwefelträger des Mount Ijen mehrmals pro Tag – und dabei sind sie auch noch mit bis zu 80 Kilogramm Schwefel in Körben auf dem Rücken beladen. Der Lohn, den sie für ihre schwere Arbeit bekommen, ist verschwindend gering: 1000 indonesische Rupien pro Kilogramm. Bei 80 Kilogramm sind das 80.000 Rupien, also etwas mehr als 5€.

Fazit?

Zwei Vulkane innerhalb von drei Tagen. Viele Eindrücke und wenig Schlaf. Wir sind fasziniert von dem Brodeln des Bromos und der Giftigkeit des Ijen.

Wüden wir die Vulkan-Touren weiterempfehlen? Ja, definitiv! Vulkanlandschaften haben etwas so andersartiges und lebensfeindliches an sich und lassen uns über all das Leben, das auf der Erde entstehen konnte, staunen.

Würden wir es nochmal machen? Nein, einmal reicht. Vielleicht schauen wir uns in Zukunft nochmal andere Vulkane an, aber jezt brauchen wir erstmal etwas Schlaf und Komfort. 😄

Das nächste Mal melden wir uns von der berühmt-berüchtigten Insel Bali wieder. Hoffentlich geht es euch gut und ihr genießt die schöne Vorweihnachtszeit. 🎄 Ganz viele liebe Grüße. ❤️

4 Gedanken zu „F.W. 2: Blaues Feuer am Mount Ijen

  1. Hallo Mona und Marcel!
    Dieses aufregende Abenteuer mit euch begleiten zu können/dürfen ist immer wieder mitreißend! Danke für die tollen Beiträge.! Weiter so, ich freue mich immer so von euch zu hören! Liebe Grüße aus freckenhorst Nefanie 🙋‍♀️😍

    1. Liebe Nefanie,
      danke für deine Nachricht! ♥ Wir freuen uns wirklich sehr, dass du die Berichte gerne liest! Das motiviert uns, weiter zu schreiben. Viele liebe Grüße auch an deine Töchter. 🙂 ♥

  2. Hallo ihr zwei, ganz liebe Grüße aus Minden. Wir denken oft an euch, ihr macht das großartig! Auch wenn jetzt hier die Zeit gerade ein wenig schwer ist, reisen wir in Gedanken mit euch mit. 1000 Grüße, Sylvia & Michael &Kids

    1. Hallo und ein riesiges Danke! Danke für die lieben Worte und für die Unterstützung! ♡ Wir sind in Gedanken auch ganz oft bei euch in Deutschland und fühlen mit! Tausend ganz ganz liebe Grüße zurück! ♡♡♡

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