South Australia

Opale in Andamooka

G’day! Die letzten fünf Tage haben wir mit der Suche nach Opalen in den Opal-Feldern von Andamooka verbracht. Warum? Und konnten wir ein paar schöne Opale finden? All das berichten wir hier. 🙂 

Warum Opale in Andamooka?

Eigentlich hatten wir ja im November 2020 geplant, im Januar 2021 nach Tasmanien zu segeln. Dafür haben wir einen netten Segler mit Namen Murray über die Website Findacrew.net kennengelernt (mehr dazu hier).

Während unserer ersten Test-Ausflüge auf Murrays Segelboot (also noch bevor wir feststellten, dass wir bei starkem Wind nicht seefest sind) kamen wir auch darauf zu sprechen, dass ich (Mona) super gerne mal nach Opalen in Australien suchen möchte.

Was für ein Zufall!“, entgegnete mir Murrays Tochter daraufhin. “Dad hat zwei Opal Claims in Andamooka.

Ja. Und ein Haus direkt neben den Opal-Feldern.” fügte Murray hinzu. “Ihr könntet dort kostenlos wohnen und ein paar Tage nach Opalen suchen, wenn ihr wollt.

Dieses Angebot war zu schön, um wahr zu sein! Natürlich nahmen wir dankend an und brauchten nur noch einen passenden Termin.

Die Wahl fiel auf Anfang Januar.

Eigentlich keine besonders gute Idee.

Warum? Weil sich Andamooka im australischen Outback befindet. Und das bedeutet, dass es dort im Januar, dem australischen Hochsommer, sehr sehr heiß ist. Manchmal kann es wohl bis zu 50 Grad heiß werden.

Zum Glück erlebten wir das aber nicht, sondern hatten “nur” angenehme 37 Grad.

Körpertemperatur eben. 🙂

Der Ort Andamooka

Andamooka ist ein kleiner Ort mit etwa 316 Einwohnern, der sich ca. 600 Kilometer nördlich von Adelaide befindet.

Als in den 1930er Jahren in diesem Gebiet Opale gefunden wurden, entstand schnell eine Stadt voller Opalsucher.

Die ersten Opalsucher lebten sehr einfach, in kleinen, mit Erde bedeckten Häuschen. Das Primärziel ihrer Hütten war Schutz vor der extremen Sommerhitze des australischen Outbacks.

Im Zentrum von Andamooka kann man noch einige Hütten aus dieser Zeit sehen.

In den 60er Jahren boomte die Stadt dann: Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg, Menschen aus osteuropäischen Ländern und sonstige Glücksritter fanden ihren Weg hierher, um dem Einfluss der Autoritäten zu entkommen und ihr Glück auf die Probe zu stellen. Ihre Namen und teilweise sehr lustig dekorierten Gräber kann man immer noch auf dem Friedhof Andamookas sehen.

Zwischenzeitlich hatte der Ort durch diesen Zuwachs an Menschen mal über 3000 Einwohner und die Überreste dieser Blütezeit Andamookas prägen das heutige Stadtbild immer noch: Es gibt viele leerstehende Gebäude, wie z.B. ein Hotel, ein Restaurant und einen Supermarkt.

Das “Bottle-House” Motel vor dem Post Office

Dass dieser Ort schon immer eher “rau” war, sieht man nicht nur an den einfachen Wellblechhäuschen mit halbverrostetem Schrott im Vorgarten, sondern auch an den zerbrochenen Bierflaschen überall. Andamooka ist eine typische Minenarbeiter-Siedlung mit vielen Männern und wenigen Frauen und Kindern.

Heutzutage gibt es in Andamooka nur noch einen Bottle-Shop und ein Post-Office. In letzterem arbeitet Margot, Tochter von deutschen Auswanderern in den 50er Jahren. Sie ist super nett und erklärt uns in sehr gutem Deutsch, wo wir auf Opal-Suche gehen dürfen und wo nicht.

Außerdem führt sie uns durch eine alte Opal-Mine, die heutzutage in eine “Party-Mine” umfunktioniert wurde. Hier feiern die Bewohner Andamooka 50te Geburtstage, Hochzeiten oder sonstige Feste.

Unsere Opal-Jagd

Murrays kleines Häuschen liegt am Stadtrand Andamookas. Wir schlafen auf einer Luftmatratze und dem Sofa im Wohnzimmer und halten das Bett frei für Murray, der in zwei Tagen auch nach Andamooka kommen will.

Nachdem wir uns etwas eingerichtet und Informationen von Margot aus dem Post Office eingeholt hatten, machten wir uns mit kleinen Spitzhacken, Wasser-Sprayflaschen, Sonnencreme und Trinkwasser ausgestattet auf den Weg in die Opal-Felder.

Die Opal-Felder befinden sich überall um den Stadtrand herum und man darf, solange man kein maschinenbetriebenes Equipment benutzt, ganz einfach in die Erdhügel hineinlaufen und nach Opalen suchen. Ohne Lizenz oder Sonstiges.

Vor vielen Jahren hat ein deutsches Touristen-Paar auf diese Weise wohl mal einen 80.000 Dollar Opal gefunden. Einfach so am Straßenrand. Aber generell sind die Chancen auf gute Opal-Funde als Tourist eher gering.

Die meisten Opal-Hügel in Stadtnähe sind schon x-Mal durchsucht worden. Zusätzlich fehlt es uns einfach an Wissen, um effizient nach Opalen zu suchen. Wir erkennen einen ungeschliffenen Opal gar nicht, selbst wenn er direkt vor unseren Füßen liegen würde.

Wir laufen mit unseren Spitzhacken und Sprühflaschen durch die Hügel und fühlen uns, als ob wir nach einer Nadel im Heuhaufen suchen. Es gibt so viele Hügel und so viele glitzernde Partikel (meistens Gypsum) darin.

Außerdem muss man aufpassen, dass man nicht in einen, der vielen Schächte in der Gegend fällt. Diese schmalen Schächte sind nicht selten tiefer als 20 Meter und unterirdisch miteinander verbunden. 

Heutzutage benutzen viele der “professionellen” Opal-Jäger auch große Bulldozer, um ganze Schneisen in die Erde zu graben. In diesen Schneisen kann man dann die verschiedenen, Jahrmillionen alten Erdschichten erkennen.

Später lernen wir, dass es eine bestimmte Opal-Schicht, das sogenannte Opal-Level, gibt. Hierin befinden sich runde, glatte Steine, die sogenannten Level-Steine, als Indikatoren. Es macht also hauptschlich Sinn, in Hügeln mit vielen dieser Level-Steine und einigen weiteren, richtigen Indikatoren zu suchen.

Unsere Ausbeute nach 10 Stunden Suche an zwei Tagen und fünf verschiedenen Orten sind traurige 6-7 Steine mit minimalen Opal-Stellen.

Gar nicht so schlecht, für den Anfang, finden wir. 😀 

Am Abend genießen wir dann die herrliche Stille des Outbacks, den Sonnenuntergang über der Wüstenlandschaft und den gigantischen Sternenhimmel.

Murrays Ankunft

Nach zweieinhalb Tagen in Andamooka kommt unser Freund, der Segler Murray, auch nach Andamooka. Er bleibt zwar nur für einen Tag, aber diesen einen, gemeinsamen Tag nutzen wir gut.

Murray ist erfahrener Opal-Sucher und erklärt uns, wir man seine Chancen auf Opal-Funde erhöht.

Am ersten Abend nach seiner Ankunft machen wir z.B. “Blacklight Opal Mining” – wir suchen also mit Schwarzlicht nach Opalen in den Opal-Feldern um sein Haus herum. 

Opale sind meistens hell und leuchten matt im Schwarzlicht. Dadurch finden wir eine Menge winzig kleiner Opal-Stückchen (sogenannte Chips), aber keine größeren Steine. 

Zufrieden bin ich damit nicht.“, sagt Murray. “Wir sind hier noch zu nah an der Stadt. Die Touristen im Winter haben hier wahrscheinlich schon ziemlich viel aufgesammelt.” 

Wir finden das aber gar nicht so schlimm und freuen uns, die Erfahrung des Blacklight Opal Minings mal gemacht zu haben.

 

Der Salzsee Lake Torrens 

Am nächsten Tag bringt uns Murray mit seinem alten Geländewagen zum Lake Torrens, einem ausgetrockneten Salzsee ca. 15 Kilometer östlich von Andamooka.

Die Straße dorthin ist eine “Dirt Road”, sodass wir beim Fahren mit dem alten Auto ordentlich durchgeschüttelt werden.

Da es vor ca. 4 Wochen relativ stark in dieser Gegend geregnet hat, finden wir sogar noch ein bisschen Wasser in dem halb ausgetrockneten Flussbett zum Lake Torrens.

Nur ein paar hundert Meter weiter beginnt dann der eigentliche Salzsee. Vor uns erstreckt sich der Lake Torrens in seiner vollen Pracht.

Mehr als 250 Kilometer in diese Richtung…“, beginnt Murray zu erklären und deutet zum Horizont: “…erstreckt sich diese Salzfläche.”

Australien ist so ein verrücktes Land, denken wir und staunen einmal mehr über die gigantischen Dimensionen dieses Kontinents.

Auf dem Rückweg vom Lake Torrens zeigt uns Murray noch einige der außen liegenden Opal-Felder, wie z.B. den “German Gully“. Allein dieses Opal-Feld hatte in den 60er Jahren wohl so viele Opale, dass es reichte, um 600 Opal-Sucher zu Millionären zu machen.

Die Landschaft im German-Gully erinnert uns ein bisschen an Bilder von anderen Planeten.

Opale schleifen

Am Samstagvormittag gibt es in Andamooka eine nette Community-Aktivität: Die Mitglieder des Andamooka Lapidary Clubs treffen sich, um ihre gesammelten Opale selber zu schleifen.

Greg, ein erfahrener Edelstein-Schleifer, ist mit dabei und gibt Tipps. Wir werden warmherzig aufgenommen und schleifen -völlig kostenlos- mit den anderen unsere Fundstücke.

Jeder Opal ist einzigartig, lernen wir. Und das stimmt! Keine zwei Opale sehen gleich aus.

Wir lernen, wie wir aus unseren mehr oder weniger wertlosen Opal-Stücken runde, hübsch aussehende Steine für Schmuckstücke schleifen.

Außerdem schenkt uns Greg ein paar sehr coole Steine. Einen sogenannten Magpie-Potch, zwei leuchtend grüne Opal Stücke und einen Stein, in dem ein Millionenalter Blattabdruck zu sehen ist.

Greg ist nicht der einzige, super nette Mensch hier. Beim Schleifen lernen wir auch noch Leila kennen, die sich direkt für den Nachmittag mit uns verabredet, um uns einen coolen Stein-Tiger zu zeigen.

“Die Menschen in Andamooka sind so einzigartig wie ihre Opale.”

Leila bringt uns am Nachmittag zu Cal, einem gelernten Steinmetz, der mittlerweile Künstler geworden ist. Cal ist vor zwei Jahren nach Andamooka gekommen, um sich voll und ganz auf sein neues Projekt konzentrieren zu können: einen steinernen Tiger.

Er und sein Bruder haben die Steine in einem alten Schulbus aus Victoria nach Andamooka transportiert, wo Cal nun ungestört an seinem Tiger arbeiten kann.

Es ist Wahnsinn, wie er die einzelnen Stein-Stücke puzzleartig zusammensetzt und dadurch die Form und Farbe eines lebensgroßen Tigers nachbaut.

Die Krallen und die Schwanzspitze, sowie später die Pupillen des Tigers sind dabei aus ausgewähltem Andamooka Opal.

Cal erzählt uns, dass er sich 80 Krallen hat anfertigen lassen und davon dann nur die besten 20 auch tatsächlich als Krallen für seinen Tiger verwendet hat.

Wer Cal und seinem Tiger in timelapse Bildern folgen möchte, findet ihn auf Instagram unter @calthestoner . 🙂

Am gleichen Tag treffen wir auch noch Mary, eine nach Australien ausgewanderte Griechin, die früher mal Hippie gewesen ist und mittlerweile auch als Künstlerin tätig ist. 

Nach diesem Tag stellt Marcel fest: “Die Menschen hier in Andamooka sind genauso “unique” wie die Opale hier.” 😀

Fazit & Weiterreise

Andamooka hat uns sehr gut gefallen. Es ist ein besonderer Ort mit einer einzigartiger Atmosphäre. Im Sommer kann es hier sehr heiß und unangenehm werden, deswegen ist der Tourismus im Sommer eher verschlafen.

Im Winter kann es dagegen ca. alle fünf Jahre mal zu einer großen Flut kommen, nach der die ganze Wüste zum Leben erwacht. Das sieht bestimmt sehr beeindruckend aus! 

Auch wenn wir keine wertvollen Opale gefunden haben, konnten wir beim Polieren doch ein bisschen Farbe in Murray Abfall-Stücken finden. Unsere Ausbeute nach 5 Tagen Andamooka sieht so aus (leider sieht man das Glitzern & Leuchten in den Videos nicht so gut) :

Wir sind zufrieden und werden vielleicht den ein- oder anderen Stein per Post zu euch versenden. 🙂

Jetzt erholen wir uns nochmal 3-4 Tage bei Bruce von dieser Outback-Erfahrung und fahren dann in ein Animal Sanctuary in Bordertown.

Der Abschied von Buddy & Bruce tut uns jetzt schon weh, aber wir wussten ja, dass es früher oder später dazu kommen musste. Die längsten zwei Tage unseres Lebens gehen schließlich auch vorbei. 

Im nächsten Beitrag werden wir euch bestimmt mehr davon berichten und haben vielleicht ein paar Bilder von Wombats, zahmen Kängurus und sonstigen, australischen Tieren.

Damit viele liebe Grüße und bis bald! ❤️

2 Gedanken zu „Opale in Andamooka

  1. Mich hat ausser der Seite hier sehr beeindruckt, wie ihr es versteht – mit ein bisschen Glück auch vielleicht – eure Vorstellungen und Wünsche in die Tat um zu setzen!
    Ich wusste ja schon, es hat euch sehr gefallen. Jetzt hab ich eine noch bessere Vorstellung!

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