Tasmania

2 Wochen nahe Hobart – Arbeit auf einer Pferdefarm in Margate

Nach unserem Aufenthalt auf Bruny Island geht es auch schon direkt weiter zu unserer n├Ąchsten Freiwilligen-Arbeitsstelle. Dieses Mal sind wir auf einer Pferdefarm in Margate, ca 30 Minuten Autofahrt von der F├Ąhre nach Bruny entfernt. Wir machen also wieder einmal gro├če Spr├╝nge auf der Landkarte…  oder auch nicht. ­čśÇ

Die Pferdefarm in Margate

Dieses Mal sind wir bei einer netten, sechsk├Âpfigen Familie mit 5 Hunden, 3 Katzen und 25 Pferden untergebracht. 

Das Grundst├╝ck der Familie ist mit 350 Hektar riesig gro├č und auch das Haus hat andere Proportionen als wir bisher gew├Âhnt sind.

So haben auch wir auf dieser Farm seit langem Mal wieder ein richtig sch├Ân gro├čes und helles Zimmer mit eigenem Badezimmer. Und egal aus welchem unserer Zimmerfenster wir schauen, wir haben immer einen Blick auf Pferde, Fohlen, Weide, Berge und Wald!

Unsere Aufgaben hier sind relativ vielf├Ąltig: Von Pferde├Ąpfel aufsammeln und Fensterputzen (Marcel unbeliebteste Aufgaben) bis hin zu einen Unterstand f├╝r die Pferde und Z├Ąune bauen (Marcels liebste Aufgaben).┬á

Der Deal hier ist, dass wir 20 Stunden pro Woche f├╝r Unterkunft und Vollverpflegung arbeiten. Wir k├Ânnen uns diese Zeit relativ frei einteilen, aber meistens arbeiten wir von Montags bis Freitags von 9 bis 13 Uhr. Am Nachmittag haben wir dann gen├╝gend Zeit ├╝ber das gro├če Grundst├╝ck spazieren zu gehen, Blogbeitr├Ąge zu schreiben, (online) Schach zu spielen und Yoga zu machen. ­čśÇ

Die Familie kommt unter der Woche erst ab nachmittags gegen 16 Uhr wieder nach Hause. Dann werden die Pferde gefüttert, Abendessen gekocht und gegessen, bevor der Tag schon wieder um ist. 

Apropos Essen. Seitdem die beiden T├Âchter der Familie (13 und 11 Jahre alt) verschiedene Filme ├╝ber die Herkunft von Fleisch aus dem Supermarkt geschaut haben, wollen sie solches nicht mehr essen. Da Mutter und Vater aber trotzdem m├Âchten, dass ihre Kinder zumindest gelegentlich Fleisch essen, geht der Vater seit einigen Jahren eben selber auf die Jagd. Und der ├Ąlteste Sohn gleich mit.

Im australischen Winter erlegen die beiden Wallabys auf dem eigenen Grundstück, im Sommer jagen sie Rehe in die Mitte Tasmaniens und ansonsten geht es mit einem kleinen Boot aufs Meer, um Fische zu fangen. 

Es ist hier auch nicht seltsam, dass der ├Ąlteste Sohn (ca. 14 Jahre alt) abends im Dunklen nochmal alleine mit einem Gewehr rausgeht, um Wallabys zu schie├čen.

Sei um 9 wieder zur├╝ck.”, ist der einzige Kommentar der Eltern dazu.┬á

Das w├Ąre in den meisten Familien in Deutschland ziemlich unvorstellbar, oder? ­čśÇ

Sightseeing in Hobart & Umgebung

Ansonsten verbringen wir einen Teil unserer Wochenenden gerne mit Sightseeing von Hobart & Umgebung. Denn nachdem wir schon mehr als 2 Wochen in Tasmanien waren, hatten wir au├čer Bruny Island noch nicht allzu viel gesehen (das ├Ąnderte sich jetzt allerdings recht schnell). 

Von unserem Zimmerfenster auf der Farm aus sehen wir jeden Tag den Mount Wellington und den Cathedral Rock. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass wir uns diese beiden Ziele als erstes f├╝r einen Wochenendausflug aussuchten. ­čÖé

Mount Wellington

Der Mount Wellington ist ein ca. 1300 Meter hoher Berg direkt auf der West-Seite Hobarts. Damit sch├╝tzt er die ganze Stadt vor den kalten West-Winden und “sammelt” Regenwolken, um die Stadt mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen.

Von der Farm aus dauert es ca. 35 Minuten Autofahrt, bis wir auf dem Gipfel des Mount Wellingtons ankommen. Jepp, man kann bis zum Gipfel hochfahren und muss sich kein bisschen f├╝r diese gigantische Aussicht anstrengen:

Leider ist es auch sehr windig und ziemlich kalt dort oben, sodass wir nicht allzu lange bleiben und uns nach einer guten halben Stunden wieder auf den R├╝ckweg machen.

Cathedral Rock

Dann gibt es noch den Cathedral Rock direkt neben dem Mount Wellington. Dieser ist bei Touristen weniger bekannt und wahrscheinlich auch unbeliebter, weil man nicht zum Gipfel fahren kann.

Um auf die Spitze des Cathedral Rocks zu kommen, muss man ca. 2 Stunden dorthin wandern. Der Weg ist dabei am Anfang sehr idyllisch und wird sp├Ąter eher abenteuerlich.

Aber f├╝r die Aussicht lohnt sich der steile Aufstieg auf jeden Fall (im Video unten gibt es mehr Bildmaterial). ­čÖé

Das MONA-Museum

Au├čerdem entscheiden wir uns noch, in das MONA-Museum in Hobart zu gehen. Mona im MONA-Museum… ist doch klar, dass wir dort hinmussten. ­čśÇ

MONA steht f├╝r “Museum of Old and New Art” ( = Museum f├╝r alte und neue Kunst) und beherbergt ├╝ber 400 Kunstwerke aus der Privatsammlung des tasmanischen Million├Ąrs David Walsh.

Der Rundgang durch das Museum beginnt unterirdisch: Man muss eine lange Wendeltreppe tiefer und tiefer hinabsteigen, bevor man auf die unterste Ebene gelangt. Hier befinden sich teilweise sehr bizarre Kunstwerke, die Dinge thematisieren, ├╝ber die normalerweise nicht so viel gesprochen wird.

Um das Mal konkreter zu machen, geben wir euch ein Beispiel:
Ein Kunstwerk hier ist ein langer, schmaler Gang, an dessen Ende ein Bild h├Ąngt. Je n├Ąher man diesem Bild kommt, desto mehr erkennt man, dass es sich hierbei um das Foto eines tierischen (oder sogar menschlichen ?!) Darmausganges handelt. 

Auf der anderen Seite gibt es aber auch weniger ekelige und sehr interessante Kunstwerke. Zum Beispiel der Bit.Fall vom deutschen K├╝nstler Julius Popp.

Hier fallen W├Ârter, die sehr h├Ąufig in den aktuellen Medien vorkommen, als leuchtende Wassertropfen von einer Vorrichtung an der Decke (siehe Video weiter unten).

Und teilweise sind die Kunstwerke auch lustig, wie z.B. das “Fette Auto”. ­čśÇ

Alles in allem finden wir das MONA-Museum also auf jeden Fall interessant, denn es hat sehr viele verschiedene Facetten und man durchl├Ąuft verschiedene Emotionen (Ekel, Angst, ├ťberraschung, Neugier, Staunen).

Au├čerdem hat es einen sehr coolen Namen. ­čśÇ 

Wer allerdings auf der Suche nach ├Ąsthetischer Kunst ist, wird hier wahrscheinlich eher weniger f├╝ndig. 

Tasmanische Teufel im Bonorong Wildlife Sanctuary

Eigentlich machen wir uns mittlerweile keine Bucket-Lists (das sind quasi “Sightseeing To-Do-Listen”) mehr von bestimmten Reisezielen, aber wenn wir schon in Tasmanien sind, dann wollten wir auch zumindest mal probieren, einen echten Tasmanischen Teufel zu sehen.

Tasmanische Teufel sind kleine, schwarze Beuteltiere, die sich ausschlie├člich von Fleisch ern├Ąhren. Wenn sie miteinander k├Ąmpfen, k├Ânnen sie mitunter grelle Schreie aussto├čen, Gestank absondern und ihre Ohren gl├╝hend rot f├Ąrben. Und genau daher stammt auch der Name “Teufel”. 

Da sie im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stark bejagt wurden und viele Teufel seit 1990 von einer Krebskrankheit, der Devil Facial Tumour Disease, get├Âtet werden, ist die Population Tasmanischer Teufel in freier Wildbahn stark dezimiert. 

Wer also im Jahr 2021 einen Tasmanischen Teufel sehen m├Âchte und dabei nicht auf gro├čes Gl├╝ck vertrauen kann, geht besser in einen Tierpark. Und genau das haben wir gemacht. ­čÖé

Unsere Gastgeber auf der Pferdefarm empfahlen uns das “Bonorong Wildlife Sanctuary“, das sich ca. 30 Minuten Autofahrt n├Ârdlich von Hobart befindet. 

Hier k├╝mmert sich ein Team von Pflegern und Tier├Ąrzten um “Rescue Animals”, also gerettete Tiere (├Ąhnlich wie bei Trina im Wildlife Sanctuary in Bordertown).  Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden k├Ânnen, finden dann eine neue Heimat im Sanctuary. Man merkt im gesamten Park, dass das Wohl der Tiere an erster Stelle steht.

Der Eintritt kostet 32 australische Dollar pro Person und im Eintrittspreis ist eine gef├╝hrte Tour durch den Tierpark inklusive. Bei dieser Tour lernen wir eine ganze Menge ├╝ber Wombats…

… und auch ├╝ber Tasmanische Teufel!

Tats├Ąchlich ist es hier gar nicht schwierig, einen Tasmanischen Teufel zu sehen. Die Teufel sind sogar ziemlich aktiv und haben keine Scheu mehr vor Menschen.

Als Marcel und ich nach der Tour die Teufel noch eine Weile alleine beobachten, kommt einer auf uns zu gerannt, hockt sich so nah wie m├Âglich an uns ran und sch***t erstmal direkt an den Gehege-Rand. Nette Viecher… ­čśů 

Naturschauspiele in S├╝d-Tasmanien: Polarlichter & Biolumineszenz

Ja, tats├Ąchlich war das noch nicht alles auf unserer Erlebnis-Liste der letzten zwei Wochen. Denn zwischendurch durften wir einige tolle Naturschauspiele, wenn auch nur in sehr schwacher Form, beobachten.

Zuerst war da ein schwacher, gr├╝ner Schimmer am Horizont, den wir abends von der Farm aus erkennen konnten und der sich als “Aurora Australis”, also s├╝dliche Polarlichter, enttarnen lie├č. 

Zugegeben, unser Bild war sehr spontan und auf die Schnelle gemacht und ist daher vergleichsweise schlecht geworden, aber wir wollen es euch trotzdem zeigen. Mit blo├čem Auge hat man ├╝brigens noch weniger gr├╝n gesehen, als die Kamera auf diesem Bild erkannt hat. 

Ein weiteres Ph├Ąnomen, das wir abends in Hobart erkennen konnten, war “Biolumineszenz”. Das sind bestimmte Organismen im Meerwasser, die bei Bewegung bl├Ąulich schimmern. 

Wir haben auch hiervon leider keine sch├Ânen Fotos / Videos gemacht, aber wer einen Eindruck davon bekommen m├Âchte, kann sich z.B. dieses Video anschauen. 

Die Biolumineszenz, die wir in Hobart gesehen haben, war auch hier wieder nicht besonders stark, aber wir konnten sie mit blo├čem Auge deutlich erkennen und hatte eine Weile lang ziemlich Spa├č daran, dass Wasser zu bewegen und das blaue Leuchten zu sehen. 

Der Grund, warum wir abends noch so sp├Ąt in Hobart City waren, war ├╝brigens, dass wir uns mit dem Bruder unseres Ozzie Dads Bruce treffen wollten. Also unserem “Ozzie Uncle” sozusagen. ­čśÇ 

Video & Wie es weiter geht

All unser Videomaterial der letzten zwei Wochen haben wir hier mal zusammengeschnitten und in ein Video gepackt:

Wie geht es jetzt weiter?

Wir werden wohl noch eine Woche hier auf der Farm bleiben und uns dann nochmal f├╝r zwei Wochen im Norden Tasmaniens umschauen, bevor unsere F├Ąhre wieder zur├╝ck zum Festland geht.┬á

Ab jetzt geht es also nur noch weiter in den Norden… der Sonne entgegen!┬áAber egal wohin, wir werden hier davon berichten.┬á

Stay tuned! ­čśÇ

Mona im K├Âniglichen Botanischen Garten in Hobart

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