South Australia

Polizei-Eskorte und Quarantäne in Adelaide

G’day! Wie im letzten Beitrag versprochen, melden wir uns nochmal mit einem ausführlichen Bericht (& vielen Fotos) unserer Reise nach Adelaide. Dieses Mal war das nämlich kein “normales” Reisen, sondern eine Fahrt mit Polizei-Eskorte und anschließenden zwei Wochen Aufenthalt in einem Quarantäne-Hotel

Abreise aus dem Harmony House und Fahrt zur Grenze

Nach 6 Wochen voller Arbeit am Teich im Harmony House, Spielen von Brettspielen und Salti auf dem Trampolin verlassen wir das Harmony House mit gemischten Gefühlen. Denn einerseits haben wir die Familie wirklich gern, aber andererseits hat der Teich in den letzten Wochen nur noch Probleme gemacht und die Arbeit daran war hart (z.B. 6 Kubikmeter Ton schaufeln) und frustrierend (wenn z.B. die gefragten “Experten” schlechte Ratschläge geben). 

Besonders die letzten zwei Wochen vor der Abreise wollten wir das Projekt noch so weit wie möglich fertig bringen und haben nur mit wenigen Pausen daran gearbeitet. Fertig ist der Teich leider noch nicht ganz, aber das Ende ist jetzt zumindest absehbar und die härtesten Aufgaben erledigt. 

Aus Dankbarkeit schenkte uns Rick aus dem Harmony House sein selbst entwickeltes Produkt -eine Schneekugel mit echten Gold-Flocken als “Schnee”- und jedem von uns eines seiner Gold-Nuggets.

Dann ging es für uns los zur Grenze. Vom Harmony House fährt man etwas mehr als 6 Stunden bis zur Grenze nach Südaustralien. Da unser Termin für die Polizei-Eskorte morgens um 11 Uhr war, entschieden wir uns, einen Tag vorher zur Grenze zu fahren und die Nacht in unserem kleinen Auto zu verbringen

Gesagt, getan. Am Morgen waren wir so semi-gut ausgeruht und mehr oder weniger ready to go für die Fahrt in der Eskorte. An der letzten Tankstelle vor der Grenze tankten wir nochmal voll, denn anhalten durften wir -sobald wir einmal in Südaustralien waren- nicht mehr (Ausnahme war eine kurze, von der Polizei kontrollierte Pipi-Pause). 

Polizei-Eskorte von Bordertown nach Adelaide

Mit vollem Tank, ausreichend Proviant und zwei negativen COVID-19 Tests erreichten wir die Zelte der Polizei an der Grenze. Sie checkten kurz unser Kennzeichen und unsere Registrierungs-Nummer und dann hieß es warten. Warten auf die Eskorte, denn natürlich waren wir mal wieder viel zu früh vor Ort.

Um ca. 11.30 Uhr ging es dann los. Wir waren zwei Polizei-Autos und fünf “normale” Autos (also Autos mit Menschen, die von der Grenze in die Quarantäne nach Adelaide gebracht wurden). 

Ein Polizei-Auto fuhr vorne, die fünf Autos inklusive uns in der Mitte und das zweite Polizei-Auto fuhr hinten. (Videos von der Eskorte findet ihr im Video weiter unten.) Gelegentlich schaltete das hintere Polizei-Auto mal Blaulicht ein oder blockte die Straße, um dafür zu sorgen, dass alle fünf Autos in Kolonne blieben. 

Wie VIPs“, sagte Marcel und ergänzte nach kurzer Pause: “Oder wie Kriminelle…

Nach ca. 3,5 Stunden Fahrt erreichten wir einen abgesicherten Parkplatz in Adelaide, wo wir parken sollten. Anschließend brachte uns ein Shuttle-Bus ins Quarantäne-Hotel. 

Ankunft im Quarantäne-Hotel

Wie sagt man doch so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und so hatten wir bis zum Schluss gehofft, dass wir einen Balkon im Zimmer hätten, oder -da ein Balkon wohl nur sehr selten war- doch wenigstens ein Fenster, das man öffnen konnte

Aber das war wohl nix. Wir bekamen zu zweit ein Zimmer, das zwar schön eingerichtet und groß ist, aber leider keine Fenster zum öffnen hat. Das bedeutet: Keine frische Luft für zwei Wochen!!! Wow, das war hart und ich (Mona) musste mich über diesen Schock erstmal wieder sammeln. Zudem ist unsere Aussicht nicht besonders prickelnd: Hochhäuser und ein vergitterter Parkplatz. 

Immerhin sind alle im Hotel sehr freundlich, wir bekommen mindestens einmal täglich einen Anruf nach unserem Wohlbefinden und drei gute Mahlzeiten pro Tag – sogar in vegetarischer & veganer Variante. Für Kaffee, Tee und ausreichend Trinkwasser ist auch gesorgt und das Entertainment-Programm im Hotel-Fernsehen steht uns kostenlos zur Verfügung. Nur die Wäsche müssen wir entweder selber waschen, nicht waschen oder für einen extra Wäsche-Service bezahlen.  

Marcel freut sich, weil ihm das wie zwei Wochen Urlaub vorkommt. Es wird sich um alles gekümmert, er muss rein gar nichts machen und hat zwei Wochen für “solid Gaming“, wie Bruce sagte. 😀

Und ich (Mona) übe mich noch darin, mir die Dinge schön zu reden und die nächsten zwei Wochen als eine intensive,  einzigartige Erfahrung zu interpretieren. Denn wenn mich reisen eins gelehrt hat, dann, dass die intensiven Erfahrungen alle weniger intensiven Erfahrungen danach weniger schlimm erscheinen lassen. Toughen up, sozusagen.

Damit ihr einen besseren Einblick in unsere letzten drei Tage haben könnt, haben wir euch noch ein kurzes Video erstellt:

So… damit wisst ihr jetzt, wo wir die nächsten 14 Tage sind. Weg können wir hier nicht, denn beim Verlassen des Zimmers drohen Gefängnisstrafe und 5000 Dollar Bußgeld.

Drückt uns die Daumen, dass wir die Zeit gut überstehen und nicht wahnsinnig werden. Falls ihr gute Tipps für Aktivitäten zu Hause habt, lasst es uns gerne wissen. 😀 

Wir schicken euch auf jeden Fall ganz viele liebe Grüße nach Hause! Bis bald aus der Quarantäne! ❤

2 Gedanken zu „Polizei-Eskorte und Quarantäne in Adelaide

  1. Hallo ihr beiden! So schön von euch wieder zu hören. Aber ich muss gestehen ich leide schon sehr mit euch mit. Nach so langer Zeit immer an der frischen Luft und in der Natur. Und jetzt ein Hotelzimmer ohne Fenster und Balkon. Ich denke oft an euch und hoffe ihr könnt Die Zeit gut hinbekommen. Liebe Grüße aus dem grauen, nassen Freckenhorst sendet euch Steffi

    1. Hallo Steffi und danke für deine Nachricht!

      Ja, das stimmt. Nach so vielen Wochen überwiegend draußen war das schon eine drastische Veränderung. Aber jetzt ist die Zeit in Quarantäne schon fast zur Hälfte um und es ist weniger schlimm als erwartet.

      Wir kommen auch bald wieder zurück nach Deutschland und dann können wir uns vielleicht ja mal in echt treffen. 🙂
      Wir senden dir und deiner Familie ganz viele liebe Grüße nach Freckenhorst! ❤

      P.S. Hier sind es draußen wohl 30 Grad, aber davon bekommen wir im klimatisierten Zimmer ohne Fenster nicht besonders viel mit. 😀

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