South Australia

2 Wochen im Quarantäne-Hotel in Australien

Wie waren die 2 Wochen im Quarantäne-Hotel? Was haben wir gemacht? Wie war es ohne frische Luft? Und wie war der “Tag der Entlassung”?

In diesem Beitrag geht es um die Zeit im Quarantäne-Hotel nach der Polizei-Eskorte

Die Struktur im Quarantäne-Hotel

Beginnen wir mal mit den Rahmenbedingungen, die una das Quarantäne-Hotel vorschrieb. 

Der Tag, an dem wir ankamen, war Tag 0 unserer Quarantäne. Jeder Gast muss mindestens 14 Tage in Quarantäne bleiben und darf erst am 15. Tag wieder sein Zimmer verlassen. 

Richtig, man ist alleine oder zu zweit für 14 Tage in einem Zimmer eingesperrt und darf die Zimmertür nur aus vier Gründen aufmachen: 

  1. Um Essenstüten von direkt vor der Tür reinzuholen
  2. Um Müllsäcke vor die Tür zu stellen (nur zwischen 14.30 Uhr und 15.30 Uhr erlaubt)
  3.  Wenn die Covid-Tester da sind, um einen PCR Test durchzuführen (passiert an Tag 1, 3, 5, 9 und 13)
  4.  In einem absoluten Notfall (wir hatten zwei falsche Feueralarme und durften nicht sofort raus rennen)

Egal, aus welchem der Gründe die Tür geöffnet wird, man muss absolut IMMER eine Maske tragen. 

Das Essen wird dreimal pro Tag in Papiertüten geliefert. Meistens so gegen 7.30 Uhr, 12.30 Uhr und 18.30 Uhr. Das Personal stellt die Tüte mit Essen vor die Zimmertür und klopft dann an. Nun darf man aber nicht sofort die Tür öffnen, sondern muss noch mindestens drei Minuten warten, damit das Personal genug Zeit hat, um weit wegzugehen. 

Wir konnten das Essen sogar als vegetarisch / vegane Option buchen und es schmeckte ziemlich gut.

Wem die vom Hotel bereitgestellten Mahlzeiten nicht reichen oder schmecken, kann sich außerdem externe Dinge liefern lassen. Entweder durch den Lieferservice der umliegenden Supermärkte, Restaurants oder durch Familie & Freunde, die in der Nähe wohnen. 

“Fresspaket” von Bruce

Letzteres nutzten wir. Unser Ozzie Dad Bruce brachte uns zweimal ein paar extra Leckereien vorbei – einmal zu Beginn von Woche 1 und das zweite mal zu Beginn von Woche 2. Dafür musste er die Dinge in Tüten packen und an der Rezeption abgeben. Das Hotelpersonal brachte uns die Tüten dann vors Zimmer, klopfte an und verschwand schnell wieder.

Außer den Covid-Testern sahen wir also zwei Wochen lang keine anderen Menschen aus der Nähe und in echt. 

Dafür bekamen wir zweimal am Tag einen Telefonanruf. Einmal fragte uns eine Krankenschwester nach unserem Wohlbefinden und einmal die Polizei Südaustraliens. Der “Daily Health Check“, wie es genannt wurde.

Ansonsten gab es noch eine Facebook-Gruppe für Quarantäne-Hotel-Gäste dieses Hotels hier, in der man sich austauschen konnte. Es war teilweise sehr interessant zu schauen, was die anderen Leute mit ihrer Zeit machten und half einem, sich mit seiner Situation nicht alleine zu fühlen. 

Unsere Gefühle in Quarantäne

Wir hatten zuerst gedacht, dass Langeweile und Bewegungsmangel wahrscheinlich die größten Probleme für uns im Quarantäne-Hotel werden würden. Aber da wussten wir noch nicht, dass wir keinen Balkon und nicht mal ein Fenster zum Aufmachen haben würden. Als ich (Mona) diese Tatsache in den ersten 10 Minuten an Tag 0 realisierte, war das ein kleiner Panik-Moment für mich. Gott sei Dank haben wir ja schon die eine oder andere Meditations-Erfahrung gemacht und ich konnte mich relativ schnell wieder fangen.

Nach 3 oder 4 Tagen hatte man sich dann sogar schon relativ gut ans “eingesperrt sein” gewöhnt. Langweilig war uns zu Beginn der Quarantäne auch noch nicht, denn wir waren 1. glücklicherweise nicht alleine, sondern zu zweit und hatten 2. dank des guten Internets diverse Möglichkeiten der Beschäftigung.

Auch Alltags-Dinge, wie Wäsche waschen helfen bei der Beschäftigung. Denn das mussten wir nämlich selber machen. Per Hand im Waschbecken im Badezimmer. Dafür gab es extra kleine Pakete mit Waschpulver. Interessanterweise hat das Hotel auch ein sehr ausgeklügeltes Belüftung-Systems, denn in unserem Badezimmer war die Luftfeuchtigkeit nie besonders hoch – nicht mal nach einer langen Dusche. 

Zu Anfang hatten wir also noch gedacht, dass Bewegungsmangel eines der größten Problem werden würde. Aber das Zimmer war zum Glück groß genug, um darin Yoga zu machen, auf und ab zu gehen, oder ums Bett herum zu joggen. In der Quarantäne-Gäste-Facebook-Gruppe des Hotels gab es sogar eine “Schritt-Challenge“. Einige der anderen Hotel-Gäste haben es scheinbar geschafft, 70.000 Schritte in 5 Tagen in ihrem Hotelzimmer zu gehen. Immer von der Tür bis zum  Fenster, von der Tür bis zum Fenster… und das stundenlang. 😀 

Falls ihr euch gerade fragt, wie es überhaupt möglich war, dass die Luft in den Zimmern ohne frische Luft nicht vollkommen verbraucht war, ist die Antwort: Klimaanlage. Die Klimaanlage in unserem Zimmer lief 24/7.

Ab Tag 10 oder so wurde der Wunsch nach frischer Luft, Sonne, Wind und freier Fläche allerdings wieder größer, während sich das “Gefangensein” gleichzeitig weniger schlimm anfühlte. “Es waren ja nur noch 4 Tage” – Wir hatten schon mehr als die Hälfte geschafft. 

Gleichzeitig wuchs die Langeweile, denn die wichtigsten, organisatorischen Dinge waren schon erledigt und meine Augen hatten keine Lust mehr auf Bildschirme. Marcel ging es ähnlich und so entstanden manchmal ein paar lustige Szenen, wie z.B. der Bau seiner Höhle, oder “Spaß mit Kissen” (siehe Video unten). 😀 

Alles in allem freuten wir uns auf Tag 15 und die Entlassung. Plan war, von Bruce abgeholt zu werden und direkt an den Strand zu fahren. Aber es kam anders…

Marcel wurde krank…

Marcel bekam 3 Tage vor der Entlassung eine böse Ohr-Infektion und lag mit Ohren- und Kopfschmerzen im Bett. Die Krankenschwestern arrangierten daraufhin ein Telefongespräch mit einem Arzt für uns. 

Der Arzt, oder besser gesagt: die Ärztin, hörte sich Marcels Beschwerden an und verschieb ihm -ohne auch nur je ein Foto des Ohres gesehen zu haben- Medikamente. Antibiotikum und Schmerzmittel. Ca. eine halbe Stunde später rief uns die Apotheke an, um die Bezahlung der Medikamente mit uns zu klären und ließ die Medikamente dann vor unsere Zimmertür liefern. 

Leider half das Antibiotikum nicht wirklich und Marcel hatte noch zweieinhalb schmerzhafte Tage in Quarantäne vor sich. 

Die Entlassung aus dem Quarantäne-Hotel

Am Tag unserer Entlassung wurden wir um 8.45 Uhr morgens vom Hotelpersonal abgeholt und in die Lobby des Hotels gebracht. Dort überprüfte ein Polizist nochmal unsere Ausweise, wir bekamen unsere “Quarantäne-Zertifikate” und dann waren wir entlassen! 

Kaum waren wir vor der großen Glastür des Hotels, kamen auch schon Bruce und Buddy in Bruces Auto vorgefahren. Wir freuten uns riesig, aber wisst ihr, was traurig war?

Buddy schien uns im ersten Moment gar nicht wiederzuerkennen! 😥

Naja gut, zu seiner Verteidigung: Das alte Hündchen hatte sich die Nacht zuvor mehrmals übergeben müssen und Bruce war noch zum Notfall-Tierarzt mit ihm gefahren. Armer Buddy! Dort hatte er starke Medikamente und Schmerzmittel bekommen. Da ist es verständlich, dass er nicht ganz bei sich war. 

Interessant war dafür aber, dass innerhalb der nächsten paar Stunden sich sowohl Buddy als auch Marcel ziemlich schnell erholten und viel lebendiger wurden. Gegen Mittag wirkten beide kaum noch krank, sodass wir am Nachmittag sogar einen kleinen, wenn auch langsamen, Spaziergang durch die Nachbarschaft machen konnten. Außerdem fuhren wir alle zusammen ins “Bunnings Warehouse” (einer großen, australischen Baumarkt-Kette), um neue Pflanzen für Bruces Garten und Küche zu kaufen.

Wir stellten uns so oft wie möglich in die Sonne und genossen die frische “Draußen-Luft”. Endlich waren wir wieder frei! 🙂 

Uns kam die ganze Situation manchmal ein bisschen unecht vor, aber in der nächste Sekunde wirkte es dann gleichzeitig so, als seien wir nie weggewesen. Als ob das ganze letzte Jahr nur Einbildung gewesen wäre. Ein sehr seltsamen Gefühl!

Zur Feier des Tages bestellten wir am Abend indisches Essen und unterhielten uns genauso lange, wie früher immer. 😀 

Was ein Tag!

Es wird bestimmt noch einen letzten Beitrag aus Australien geben, in dem wir euch von den nächsten paar Wochen berichten. Und dann werden wir das Land Anfang Dezember nach fast 2 Jahren verlassen. Denn… unsere Rückflüge sind gebucht! Wir werden in der ersten Dezember-Woche nach über 2,5 Jahren Reise zurück nach Deutschland kommen! 🥳 (Auch wenn Deutschland Corona-technisch gerade nicht besonders attraktiv wirkt… 😀 )

Wir freuen uns schon darauf, die schöne, europäische Weihnachtszeit mit euch zusammen verbringen zu können! Also dieses Mal: Bis bald in Person! ❤️

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