Nepal

Spaziergang nach Patan in Kathmandu

Wasser-Zisterne in Kathmandu

Wir können kaum glauben, dass die Zeit so schnell umgegangen ist, aber unsere letzten Tage in der Bäckerei sind schon angebrochen. Bevor wir zu unserem Spaziergang durch Patan kommen noch ein paar Pläne für demnächst:

Am Dienstag, den 23.4. werden wir entgegen unserer ursprünglichen Absicht (das Flugzeug so wenig wie möglich als Transportmittel zu nutzen) nach Lukla fliegen – einem der gefährlichsten Flughäfen der Welt. Erst vor fünf Tagen gab es dort einen schweren Unfall, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Von Lukla aus startet unsere zweiwöchige Trekking-Tour zum Everest Base Camp (kurz: EBC).

Damit wir anschließend über den Landweg nach Indien einreisen können, waren wir an unserem freien Dienstag beim Indian Visa Service Center in Kathmandu. Nach Abgabe unserer Visa-Anträge, Passfotos in spezieller Größe, einer hohen Visumsgebühr und unseren Reisepässen müssen wir jetzt mindestens fünf Werktage warten, bevor wir unser Visum für Indien bekommen können.

Neue Muffin-Rezepte

Wir nutzen die letzten Tage in der Bäckerei, um den Bäckerinnen und Bäckern hier die Wichtigkeit des Produkt-Labellings (Herstell- & Ablaufdatum) zu verdeutlichen, da es schon häufiger vorgekommen ist, dass bereits schlechte Waren an die Kunden verkauft wurden.

Außerdem optimiert Marcel zusammen mit Kim – einer der Bäckerinnen hier – die Rezepte für die Muffins. Das alte Muffin-Rezept wurde durch Apfelmuß und Joghurt ergänzt, sodass die neuen Muffins jetzt super lecker und saftig schmecken.

Ich übe mich währenddessen in Latte Art. Ein Foto davon wird folgen, sobald ich ein schönes Muster auf meinem Cappucchino hinbekommen habe :).

Spaziergang nach Patan?

Nach der Arbeit gestern schlugen uns Kim, Bebisha und Maya – drei der Bäckerinnen hier – vor, einen Spaziergang in die nahegelegene Altstadt von Patan zu machen.

Kim, Bebisha und Maya sind eigentlich College-Schülerinnen und haben erst kurz vor uns angefangen, hier in der Bäckerei zu arbeiten. Sie wohnen in einer WG nahe der Bäckerei.

Zusammen spazierten wir also nach Patan und bummelten durch die historischen Anlagen dort.

Wir fütterten Straßenhunde, zündeten Butterkerzen im Tempel an, machten Fotos, kauften frittierte Kartoffel(?)-Stangen von den Straßenhändlern (die so schmeckten wie Pombären) und bekamen viele Erklärungen von Kim zu den Bauwerken und den Holzschnitzereien in Türen und Wänden.

WG-Leben in Nepal

Nach unserem Spaziergang wurden wir von den dreien noch in ihre WG eingeladen, wo Bebisha typisch nepalesisches Essen zubereitete. Wir aßen alle zusammen aus einer Schüssel und unterhielten uns über nepalesische bzw. deutsche Musik, Beziehungen, Reisen und vieles mehr.

Kim spricht sehr gutes Englisch, sodass ich mich ziemlich gut mit ihr unterhalten konnte. Ihre Mutter ist eigentlich eine Ingenieurin aus der Schweiz und als ich Kim gefragt habe, warum ihre Mutter hierhergezogen ist, habe ich von einer interessanten Geschichte gehört:

Geschichte von Kims Mutter

Als Zwanzigjährige hat Kims Mutter eine Patenschaft für ein Kind in Nepal übernommen und wollte dieses nach einigen Jahren besuchen. Bei ihrem Besuch hier in Nepal hat sie herausgefunden, dass ihr Patenkind ziemlich viele Sponsoren aus Europa hat.

Das Kind wurde von einer Organisation benutzt, um Spendengelder aus dem Ausland abzugreifen. Das hat sie so wütend gemacht, dass sie kurzerhand beschlossen hat, ihre eigene Hilfsorganisation zu gründen.

Anfangs hat sie vier Kinder in zwei Zimmern untergebracht und sich darum gekümmert, dass die Kinder Essen, Kleidung und Bildung erhalten. Mittlerweile betreut sie über 200 Kinder und hat eine eigene Schule gegründet. Wen das Projekt von Kims Mutter näher interessiert, kann unter www.nagnepal.org weitere Informationen darüber erhalten.

Während unserer Trekking-Tour werden wir sehr wahrscheinlich kein Internet haben. Vielleicht können wir nächste Woche nochmal ein kurzes Update schreiben und hochladen, aber ansonsten wundert euch nicht, wenn ihr die nächsten zweieinhalb Wochen nichts von uns hören werdet. Wir hoffen sehr, dass wir die Tour auf 5300 m Höhe schaffen, dass das Wetter mitspielt und wir heile wieder kommen. Sobald wir können, werden wir uns melden. An dieser Stelle auch nochmal danke für alle nachträglichen Geburtstags-Glückwünsche unter dem letzten Beitrag. Ganz liebe Grüße nach Deutschland und hoffentlich bis bald!  ♥♥♥

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