South Australia

Upside Down in Down Under – 5 Dinge, die in Australien anders sind

Delfin und KĂ€nguru surfen in Wellen

Australien ist knapp 15.000 Kilometer von Deutschland entfernt und manche Dinge sind hier verdreht. Die Welt ist “Upside Down in Down Under”. 😀

Dabei ist es nicht nur diese enorme Distanz zwischen beiden LĂ€ndern, die einige Dinge fĂŒr uns EuropĂ€er “auf den Kopf stellen”, sondern vor allem die Tatsache, dass sich Australien auf der SĂŒdhalbkugel der Erde befindet.

Dinge, die wir vorher fĂŒr “normal” und “feste Tatsachen” gehalten haben, stimmen hier plötzlich nicht mehr.

 

Warum drehen wir einen Globus eigentlich nicht mal um und betrachten die Welt aus einer anderen Perspektive?

 

Vektorgrafik: Die Erde ist Upside Down in Down Under

In diesem Beitrag haben wir 5 Unterschiede gesammelt, die uns in den letzten 4 Monaten in Australien ziemlich ĂŒberrascht haben.

1) Der Lauf der Sonne

Im Osten geht die Sonne auf
Nach SĂŒden nimmt sie ihren Lauf
Im Westen will sie untergehen
Im Norden ist sie nie zu sehen

Stimmt nicht! Beziehungsweise… stimmt schon. Aber nur auf der Nordhalbkugel der Erde.
 
In Australien geht die Sonne im Osten auf. Nach NORDEN nimmt sie ihren Lauf. Im Westen wird sie untergehen. Und im SÜDEN ist sie nie zu sehen.
 
Eigentlich logisch, aber es fĂŒhlt sich doch seltsam an, wenn man hört “Das ist ein Nord-Fenster, da fĂ€llt die pralle Mittagssonne hinein.
 
Übrigens mussten wir auch kurz innehalten und ĂŒber den folgenden Satz nachdenken, als wir auf unserem Roadtrip durchs Outback sagten: “Lass uns schnell in den SĂŒden fahren, da ist es kĂ€lter.” 😄

2) Verdrehte Jahreszeiten

Das hat man irgendwie schon gehört: In Australien ist im Sommer Winter und im Winter Sommer.

Das liegt ĂŒbrigens NICHT an der Entfernung der Erde zur Sonne, sondern an der Orientierung der Erdachse und der damit verbundenen IntensitĂ€t, Dauer und dem Winkel des Sonnenlichteinfalls.

Trotzdem ist es seltsam zu hören “Letztes Jahr haben wir Weihnachten im Park gegrillt.” oder “Im Juni ist tiefster Winter, da kann es ganz schön kalt werden.” (Ganz schön kalt bedeutet hier ĂŒbrigens ca. 10 Grad) 😄

Vektorgrafik: Baum zu verschiedenen Jahreszeiten

3) Verdrehte Wirbel

Die Wirbelrichtung mit denen das Wasser im Waschbecken abfließt – ist sie in Australien genau andersherum als in Deutschland?

Vektorgrafik eines Wasserstrudels

Es gibt Videos auf Youtube, die genau das zu beweisen scheinen.

Aber das ist tatsÀchlich nicht korrekt!

Die Wirbelrichtung solch kleiner Wirbel wird viel zu schwach von der Erdrotation beeinflusst, um sich auf der Nord- und SĂŒdhalbkugel zu unterscheiden.

Viel eher wird die Richtung der Wirbel im Abfluss durch die Symmetrie des Wannenbeckens, der Restbewegung des Wassers und der Form des Abflusses bestimmt.

ABER: Bei großen Wirbeln wie Meeresströmungen oder  Luftwirbeln von atmosphĂ€rischen Hoch- und Tiefdruckgebieten sieht die Sache anders aus.

Aufgrund der Erdrotation dreht sich die Erde unter dem Wasser bzw. der Luft weg, sodass Körper senkrecht zur Drehrichtung der Erde abgelenkt werden.

Da sich die Erde nach Osten dreht, entstehen auf der Nordhalbkugel rechtsdrehende Wasserwirbel und auf der SĂŒdhalbkugel linksdrehende.

4) Der Straßenverkehr

In Australien ist Linksverkehr. Linksverkehr kennt man vielleicht aus Großbritannien, Japan und großen Teilen SĂŒdostasiens.

Aber wisst ihr, was uns hier am meisten ĂŒberrascht hat?

 

Das an Kreuzungen ohne Ampeln und Schilder trotzdem Rechts vor Links gilt!

Das ist seltsam.

Genauso ist es komisch, wenn tief verankerte “Regeln” plötzlich nicht mehr stimmen. Schon sehr frĂŒh lernen wir, beim Überqueren einer Straße als FußgĂ€nger nach “Links, rechts, links” zu schauen und dann erst loszugehen.

Aber genau deshalb wĂ€re ich in Japan fast mal von einem Bus ĂŒberfahren worden.

In LĂ€ndern mit Linksverkehr gilt natĂŒrlich “Rechts, links, rechts” und die Umkehrung ist gefĂ€hrlich.

Aber probiert mal, diese Gewohnheit aus dem Kopf zu bekommen… 😄

 

Vektorgrafik Straße

5) Fremde GrĂ¶ĂŸenordnungen

Zum Schluss noch etwas, dass uns anfangs auch ĂŒberrascht hat: Die enormen Distanzen, die fĂŒr Australier normal sind.

7 Stunden Autofahrt und man ist schon fast durch ganz Deutschland durch. In Australien ist das anders. Die Distanzen zwischen Bundesstaaten, StĂ€dten und sogar innerhalb einer Stadt sind viel grĂ¶ĂŸer, als in Deutschland. Alles ist weiter und gerĂ€umiger.

Irgendwie klar bei “nur” 25 Millionen Einwohnern auf einer FlĂ€che, die grĂ¶ĂŸer ist als Europa.

Wenn ein Australier also sagt: “Ach, das ist ist ganz nah.” – bleibt lieber skeptisch und fragt nochmal nach der Anzahl an Stunden, die man mit dem Auto bis zum Zielort benötigt. 😀

 

Fazit - Upside Down in Down Under

Perspektiven verÀndern Wahrnehmungen und Wahrheiten.

 

Das waren fĂŒnf “Australian Spezial”-Dinge, die unser bisheriges Weltbild in letzter Zeit etwas verĂ€ndert haben.

Manchmal haben wir wirklich gemerkt, wie unser Verstand einen Moment gebraucht hat, um diese verdrehten Dinge zu verarbeiten.

Wenn ein Auto plötzlich von rechts kommt, obwohl man schon einen Fuß auf der Straße hat. Wie Juni nicht mehr mit Hitze und Sommer assoziiert werden kann, wenn die Sonne im Norden aufgeht und es im SĂŒden kĂ€lter wird.

Verwirrende Dinge können natĂŒrlich nicht nur auf Reisen passieren. Falls ihr Lust habt, euren Verstand zuhause zu irritieren, probiert einfach mal aus, euch mit der anderen Hand die ZĂ€hne zu putzen – das ist gar nicht so leicht. 😀

Vektorgrafik glĂŒcklicher Zahn

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