Indonesien

Fremde Welten 1: der Vulkan Bromo

Vulkan Bromo bei Sonnenaufgang

Indonesien, ein Land am pazifischen Feuerring. In den letzten Tagen haben wir uns gleich zwei der Vulkane in Ost-Java angeschaut: den Vulkan Bromo und den Mount Ijen┬á und die Erlebnisse h├Ątten unterschiedlicher nicht sein k├Ânnen. Kommt mit uns auf zwei spannende Nachtexpeditionen in Gegenden, die wirken, als seien sie nicht von dieser Erde. ­čîő­čîő

Da der Text doch sehr lang geworden ist, geht es in diesem Beitrag erstmal nur um den Vulkan Bromo. Der Bericht zum Mount Ijen folgt dann in ein paar Tagen.

Der Vulkan Bromo auf eigene Faust

Kurz vorab: nach unseren Erfahrungen raten wir davon ab, den Bromo mit einer organisierten Tour zu buchen. Dabei zahlt man n├Ąmlich nicht nur den zigfachen Preis, sondern ist auch gezwungen, sich genau mit den Touristenmassen mit zu bewegen. Schaut man sich den Vulkan Bromo dagegen auf eigene Faust an, kann man eine Menge Geld sparen und seine Route viel individueller gestalten. Wir hatten sogar das Gl├╝ck, den Bromo zum Sonnenuntergang ganz f├╝r uns alleine zu haben.

Passagiere im Lokalbus nach Cemoro Lawang
Auf zum Vulkan!

Wir starten unsere Tour zum Vulkan Bromo in der Stadt Probolinggo und steigen hier in einen lokalen Bus nach Cemoro Lawang. Cemoro Lawang ist ein kleiner Ort ganz in der N├Ąhe des Bromo-Kraters. Die Busfahrt, mit einem rauchenden und telefonierenden Busfahrer, der unseren kleinen, uralten Bus voller Touristen die serpentinenartigen Stra├čen zum Vulkan hochf├Ąhrt, ist dabei schon ein Erlebnis an sich. ­čÜî Der Motor des Buses ist stark am r├Âcheln, w├Ąhrend wir die Steigungen hinauf fahren und wird dabei sogar so hei├č, dass wir durch die durch Schuhe hindurch eine angenehme W├Ąrme an den F├╝├čen sp├╝ren k├Ânnen.

Wir erreichen Cemoro Lawang nach einer guten Stunde Fahrt. Der Ort ist ziemlich klein und das Klima hier deutlich k├╝hler als noch in Probolinggo. Wir checken in unserer Unterkunft ein, legen unser Gep├Ąck ab und suchen uns erstmal einen Warung, ein indonesisches Restaurant, um Mittag zu essen.

Gegen halb 4 Uhr beginnen wir unsere Vulkan-Besichtgung. Vom Hotel aus laufen wir nur ein paar Minuten bis wir den Eingang vom Nationalpark Bromo Tengger Semeru erreichen. Da die Jeeps mit den vielen Touristen den Eingang zum Park morgens passieren, hat das Personal am Nachmittag schon Feierabend und wir k├Ânnen umsonst in das Gel├Ąnde. ­čśÄ Mehr Infos zum Vulkan Bromo auf eigene Faust gibt es ├╝brigens hier.

Es ist wie auf einem anderen PlanetenÔÇŽ

Es lohnt sich auch, die Strecke zum Krater zu Fu├č zur├╝ckzulegen. Anderthalb Stunden wandern wir durch das weite Feld voller schwarzem Sand mit einem charakteristischen Vulkanlandschafts-Panorama. Dann erreichen wir eine sandige Treppe, die direkt zum Krater hinauf f├╝hrt. Und was sehen wir oben?

Ein Huhn! ­čÉö

Nein, ehrlich! Ein kleines, schwarzes H├╝hnchen h├╝pft hier, irgendwo im Nirgendwo, einsam am Rande des Vulkankraters entlang. Wir fragen uns ernsthaft, wie es hierher gekommen istÔÇŽ

Nat├╝rlich sehen wir oben auch den Krater. Ein riesiges Loch, das steil hinab geht und aus dessen Tiefen Unmengen an Dampf aufsteigen.

W├Ąhrend uns noch ein paar wenige andere Touristen entgegenkommen und sich auf den Heimweg machen, starten wir eine kleine Gratwanderung am Rande des Kraters entlang. Dann sind wir ganz alleine mit Bromo, dem Vulkan. In der Stille h├Âren wir ein gef├Ąhrliches Brodeln und gelegentlich das Ger├Ąusch von gro├čen St├╝cken Gestein, die in Wasser (oder Lava?) fallen. Es ist, wie auf einem anderen PlanetenÔÇŽ und dabei doch eigentlich der Ur-Zustand unserer Erde.

Langsam geht die Sonne unter und es wird dunkler. Unter faszinierendem, orange-rotem Himmel machen auch wir uns auf den R├╝ckweg. Am n├Ąchsten Tag m├╝ssen wir fr├╝h aufstehen, denn dann steht das klassische Touristen-Programm auf dem Plan: der Sonnenaufgang ├╝ber dem Vulkan Bromo am Sunrise View Point.

Sonnenaufgang ├╝ber dem Bromo

Um 3 Uhr morgens beginnt der zweite Teil unserer Bromo-Erkundung. Dieses Mal geht es aber weg vom Krater und hoch auf einen nahegelegenen Berg, den Penanjakan Hill.

Aussichtsplattform am Penanjakan Hill f├╝r den Sunrise-View ├╝ber dem Bromo.
Eine der Aussichtsplattformen auf dem Penanjakan Hill nach Sonnenaufgang.

Auf dem Berg gibt es verschiedene Aussichtspunkte f├╝r das Sonnenaufgangs-Panorama in unterschiedlichen H├Âhenlagen. Die erste Plattform ist dem Jeep-Parkplatz relativ nahe, f├╝r die zweite Plattform muss man dann erstmal ein gutes St├╝ck bergauf und f├╝r die dritte sogar einen etwas unwegigeren Pfad den Berg hinauf zur├╝cklegen.

Wir laufen vom Hotel aus zu Fu├č los und erreichen den Jeep-Parkplatz nach ca. einer dreiviertel Stunde. Unterwegs fahren schon einige Jeeps an uns vorbei, aber im Gro├čen und Ganzen ist es noch relativ ruhig. Der Vollmond beleuchtet uns den Weg sogar so sehr, dass wir unsere Kopflampen nicht mal wirklich gebraucht h├Ątten. Alles ist ruhig und wir h├Âren nur unsere Schritte und den eigenen Atem. ­čîĽ

Wir entscheiden uns dann, bis zur obersten Plattform zu gehen. Wir haben ja noch Zeit und beim Rumstehen w├╝rden unsere K├Ârper nur m├╝de und kalt werden. Oben angekommen, finden wir uns trotzdem in einer Gruppe von etwa drei├čig Menschen wieder. Vermutlich eine ganze Ecke weniger, als mittlerweile auf den unteren Plattformen.

Touristen w├Ąhrend des Sonnenaufgangs auf einer Aussichtsplattform am Penanjakan Hill.
Eine neuer Tag bricht an

Langsam f├Ąrbt sich der Horizont erst rosa, orange und schlie├člich gelb. Dann taucht die goldene Sonne ├╝ber einer Decke wei├čer Wolken auf und beginnt, das Tal und die Vulkanlandschaft in sanftes Morgenlicht einzuh├╝llen. Und der Vulkan Bromo thront inmitten des Panoramas.

Es ist wirklich atemberaubend sch├Ân! ­čîä

Nach langem Bestaunen des Panoramas und vielen geschossenen Fotos wird uns kalt und wir machen uns auf den R├╝ckweg nach Cemoro Lawang. W├Ąhrend wir im Caf├ę Lava gem├╝tlich Fr├╝hst├╝cken, beobachten wir, wie die vielen Jeeps sich jetzt auf den Weg zum Vulkankrater des Bromos machen. Nat├╝rlich ist um diese Uhrzeit auch Personal am Eingang zum Park und verkauft bzw. kontrolliert Tickets.

Weiter zum Mount Ijen!

Danach ging es wieder mit Lokalbussen nach Banyuwangi, einer Stadt in der N├Ąhe des Mount Ijen. Die Fahrt war die H├Âlle: wir wurden abgezockt und sa├čen acht unn├Âtige Stunden in einem ├╝berteuerten Raucher-Bus… mehr sagen wir dazu besser nicht.

Was wir nach einem Ruhetag dann am Mount Ijen erlebten, folgt im n├Ąchsten Beitrag. Bis dahin viele liebe Gr├╝├če ­čśŐ

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