Indien

Workaway Erfahrung in Goa

Boot zwischen Palmen am Anjuna Strand in Goa

Namaste! Heute melden wir uns mit einem Bericht über unsere erste Workaway Erfahrung! Aber von vorne…

Wir haben 31 Stunden Zugfahrt überlebt und sind gut an der nächsten Station unserer Reise angekommen: Goa! Dieser indische Bundesstaat gilt als Hippie-Paradies der 70er Jahre und wir verstehen definitiv, warum die Blumenkinder von damals Goa als neue Heimat ausgesucht haben. Aber dazu später mehr. Wir sind nämlich nicht zum Entspannen oder Party machen hierher gekommen, sondern zum Arbeiten.

Unsere erste Workaway Erfahrung

Über die Website workaway.info sind wir vor zwei Wochen auf das Profil von Nisheeta gestoßen. Nisheeta ist eine ältere Frau au Deutschland, die mittlerweile schon seit über 15 Jahren in Indien lebt. Sie wohnt mit vier Hunden in einem Haus mit großem Garten im nördlichen Teil von Goa und benötigt Hilfe mit Hunden, Haus & Garten.

Gegen 5 Stunden Arbeit pro Tag an fünf Tagen der Woche dürfen wir in ihrem wunderschönen Gartenhaus schlafen und bekommen drei Mahlzeiten (und viele Leckereien zwischendurch) zu essen. Genau das ist das Prinzip von Workaway: Arbeit gegen Unterkunft & Verpflegung.

Für uns ist Workaway damit eine prima Möglichkeit, auch mit kleinem Budget weit zu reisen und viele neue Dinge zu lernen.

Oh, wie schön ist Goa?

Nach einem schnellen Kaffee am Morgen aus Nisheetas Kaffeepresse gehen wir zusammen mit Nisheeta und ihren vier Hunden spazieren. Wir laufen durch die schöne Landschaft Goas, deren Schönheit gerade jedoch durch zwei Dinge etwas getrübt wird:

1) Die Trockenheit. Bis zum Eintreffen des Monsun-Regens in ca. zwei Wochen ist es hier sehr heiß und die Pflanzen bekommen nicht genug Wasser. Die Landschaft zeigt zwischendurch immer wieder vertrocknete Pflanzen und sandige Erdstellen. Sobald der Monsun-Regen einsetzt, erwachen Flora & Fauna aber wieder zum Leben, alles blüht auf und ganz Goa wird grün, erzählt uns Nisheeta.

2) (Plastik-) Müll. Und täglich grüßt der Plastikmüll… Auch wenn wir das Problem immer gerne in die Ferne oder die Verantwortung auf andere schieben, wir Menschen müssen entweder ganz schnell unser Konsumverhalten ändern, oder uns neue, kreative Lösungen für unsere Umweltprobleme einfallen lassen. Sonst wird unser Planet bald durch unsere Vergiftungen unbewohnbar werden.

Beim Gassi gehen mit den Hunden kam uns die Idee, dass man herum liegende (Plastik-) Tüten prima als Müll-Tüten verwenden kann. Bisher haben wir zwar erst zwei Tüten voll gesammelt, aber trotzdem sieht die Gassi-Strecke gleich schon viel hübscher aus. 🙂

Nach dem Spaziergang bekommen erst die Hunde ihr Futter und dann gibt es Frühstück mit frischen Brötchen, Honig, Marmelade und selbst gesammelten Mangos für uns. Anschließend spülen wir das Geschirr und machen uns an die Arbeit.

Die Arbeit

In der ersten Woche bei Nisheeta bestand unsere Arbeit vor allem darin, das Gartenhaus, in dem wir schlafen, fertig abzuschleifen und dann zu streichen. Vor der Ankunft des Monsuns soll nämlich alles regenfest sein.

Außerdem bin ich dafür zuständig, jeden Tag Mittagessen für uns drei zu kochen – und das mit meinen begrenzten Koch-Fähigkeiten. Noch dazu ist Nisheeta sehr wählerisch und hat ziemlich viele Regeln für die Küchenarbeit (z.B. welches Geschirr mit welchem Schwamm abgewaschen werden darf und wie bissfest die Nudeln sein müssen).

Die ersten Tage komme ich ganz schön ins Rotieren und wäre auch ziemlich deprimiert in die zweite Woche gestartet, wenn wir gestern nicht beschlossen hätten, dass Marcel und ich in Zukunft zu zweit kochen werden.

Nach dem Mittagessen machen wir die Küche sauber und helfen Nisheeta anschließend noch bei vielen anderen Arbeiten in Garten & Haus. Meistens sind wir erst zwischen 17 oder 18 Uhr wieder zurück in unserem Gartenhaus, wo wir zur Entspannung auf Marcels Handy Spiele spielen.

Nisheeta hat kein WLAN, sodass ich mit meinem Handy und Laptop immer nur begrenzt über Marcels Hotspot (er hat eine indische SIM-Karte) ins Internet kann.

5 Tage Arbeit, 2 Tage frei – das Prinzip von Workaway

Nach fünf Tagen in diesem Schema freuen wir uns sehr über unsere zwei freien Tage. Bei Nisheeta auf dem Grundstück ist alles sehr sauber und ordentlich und wir fühlen uns fast so, als ob wir eher in Deutschland als in Indien wären (Ausnahmen sind hier die Hitze, die Moskitos und die Toillette, die sehr indisch ist: bodentief und ohne Klopapier).

Damit wir an unseren freien Tagen etwas von der Umgebung ansehen können, leiht uns Nisheeta ihren Roller und damit fahren wir los. Ziel ist irgendeiner von Goas Stränden.

Das Gefühl völlig frei zu sein, ohne konkretes Ziel einfach drauf los zu fahren, mit Fahrtwind in den Haaren und dabei die farbenfrohe Landschaft Indiens zu bewundern: genau das ist eines der Bilder, die ich vorher von “Weltreise” im Kopf hatte.

Wir fahren ca. 40 Minuten (Marcel hat den Linksverkehr diesmal mit Bravour gemeistert), bevor wir an einem der Strände in Anjuna ankommen.

Wir gönnen uns ein leckeres Mittagessen in einem hübschen Strandlokal und ich bin sehr sehr dankbar, dass ich heute mal nicht in der Küche stehen muss. 😀

Den Rest des Tages verbringen wir sehr gemütlich mit Bummeln durch die Straßen, feilschen mit hartnäckigen Strand-Händlerinnen und baden im Meer. Da hier gerade Nebensaison ist, sind die Strände teilweise total menschenleer und wir die einzigen Touristen weit und breit.

Parasailing in Goa

Kurz vor dem Abend entdecken wir noch eine Strandhütte, die Wassersport anbietet. Wir können nicht widerstehen und geben 1000 Rupien pro Person (ca. 13€) für Parasailing mit Wasser-Dip aus.

Beim Parasailing wird man an eine Art Fallschirm gehängt und von einem Boot übers Wasser gezogen. Durch den Fahrtwind hebt der Fallschirm ab und man fliegt für ein paar Minuten ca. 12 Meter über dem Wasser. Für uns eine Menge Spaß und ein unvergessliches Erlebnis!

Am Abend fahren wir komplett durchnässt vom Parasailing und mit etlichen Rupien weniger zurück zu Nisheeta. Auf dem Rückweg geraten wir – wie es natürlich kommen musste – in eine Polizeikontrolle.

Wir zeigen internationalen Führerschein und deutschen Führerschein vor und dürfen Gott sei Dank und trotz einiger Verständnisprobleme mit dem Polizeibeamten weiter fahren. Überglücklich, mit leichtem Sonnenbrand und kurz vorm Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Nisheetas Haus.

Indischer Friseur für Mona

Auch an unserem zweiten freien Tag haben wir uns wieder mit dem Roller auf den Weg zum Strand gemacht. Unterwegs haben wir noch bei einem Friseur gehalten und diesmal wurde mir für 400 Rupien ein ziemlich gutes Stück Haare abgeschnitten.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich gerade in der Abendsonne in einem Café am Strand, höre die Wellen und indische Musik, trinke Limetten-Wasser, freue mich über weniger Gewicht auf dem Kopf und schaue Marcel beim Baden im Meer zu. 🙂 Was für ein Urlaubs-Feeling!

Morgen geht es wieder los mit Arbeiten & Kochen. Außerdem müssen wir uns noch überlegen, wohin wir in einer Woche reisen wollen. Gerade steht Kerala in Süd-Indien auf unserer Top-Liste. Auch unseren Flug zurück nach Deutschland müssen wir noch buchen. Ende Juni müssen wir nämlich für 2 – 3 Wochen zurück nach Deutschland kommen, bevor unsere Reise weiter gehen kann – aber dazu in den nächsten Beiträgen mehr.

Falls ihr noch Anmerkungen oder Fragen zu unserer Workaway Erfahrung in Goa habt, schreibt uns gerne unten in den Kommentaren. Hier auf der neuen Website können wir euch endlich auch direkt auf die Kommentare antworten! 🙂

Wir senden euch ganz viel Sonne und Strand-Atmosphäre nach Deutschland! Peace, Love and Harmony 🙂

4 Gedanken zu „Workaway Erfahrung in Goa

  1. Hallo Mona, ich bin die Mutter von Elisa. Ist schon lang her das wir uns das letzte Mal gesehen haben. Ich hab heute deine Mama beim Einkaufen getroffen uns sie hat mir erzählt was ihr grad macht. Elisa hatte mir auch schon etwas von eurem Plan berichtet. Deine Mama hat mir auch gesagt das ihr den Blog habt. Toll was ihr da macht. Ich werd jetzt bestimmt häufiger mal hier reinschauen. Ich wünsch euch noch eine ganz schöne Zeit und viele tolle Erlebnisse und Erfahrungen.
    Ganz liebe Grüße
    Jutta Engelhardt

    1. Hallo Jutta! Vielen Dank für deine Nachricht. Ich freue mich sehr, auf diesem Weg wieder in Kontakt mit dir zu kommen. Die Zeit bei euch im Garten ist mir – auch wenn das mittlerweile schon über 10 Jahre her ist – noch ziemlich deutlich in Erinnerung und ich denke gerne daran zurück. Ganz liebe Grüße an dich und natürlich auch an Eli 🙂

  2. LIeber Marcel,
    diesmal ein ganz großes Lob auch an dich: ich finde es wirklich toll, dass du Mona beim Kochen unterstützen willst. Das ist wahre Freundschaft. LIebe Grüße von Marita

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