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Zugfahren in Indien – 5 super nützliche Tipps

Aussicht aus dem Zug von Agra nach Goa

Nach drei Zugbuchungen und über 50 Stunden Fahrt in indischen Zügen haben wir einige Erfahrungen rund um das Thema Zugbuchen und Zugfahren in Indien sammeln können und wollen deshalb fünf wertvolle Tipps mit euch teilen.

Es handelt sich bei diesem Beitrag also nicht um einen klassischen Blog-Beitrag, sondern eher um eine Sammlung nützlicher Erfahrungen, die ich aus Langeweile während der Fahrt auf dem Handy aufgeschrieben habe. 😀

Wenn ihr also zufälligerweise vorhabt, in nächster Zeit mit einem indischen Zug zu fahren, dann ist der Beitrag bestimmt interessant für euch. Aber auch falls Zugfahren in Indien nicht auf eurer To-Do-List steht, können die fünf Punkte interessant sein, denn sie spiegeln einige der kulturellen Unterschiede zwischen Indien und Europa relativ gut wider.

Falls euch das alles nicht interessiert, schaut euch einfach nur die Bilder an und springt zum letzten Absatz (nach den Bildern), in dem ihr ein kurzes Update unserer aktuellen Situation findet.

Zugfahren in Indien –  5 wertvolle Tipps

Nummer 1) Die Ticket-Buchung

Ohne gültigen Fahrschein darf man natürlich auch in Indien nicht Zug fahren. Auf jeder Fahrt gibt es mindestens einen Train Conductor (kurz: TC), der die Tickets auf Gültigkeit überprüft und schaut, dass jeder auch auf seinem gebuchten Sitzplatz sitzt.

Ein allgemeines Ticket, also ohne Sitzplatz-Reservierung, bekommt man i.A. am Schalter an den Bahnhöfen und ist sehr günstig zu haben (z.B. 250 Rupien, also ~ 3€ für eine 600 km lange Fahrt). Da wir für solch lange Fahrten allerdings nicht ohne Sitz- bzw. Schlafplatz Zugfahren wollten, war uns eine Platzreservierung sehr wichtig.

Generell gilt für die Sitzplatz-Buchung hier: Je früher, desto besser. Die Plätze in den Zügen sind meist schon Wochen bzw. Monate im voraus ausgebucht und dann ist es schwer, noch einen Platz zu bekommen.

Buchen kann man online über die Website der indischen Railway (hier entlang). Dafür braucht man allerdings erst ein Benutzerkonto.

Wir hatten bisher das Glück, dass Hostelinhaber oder Freunde das Ticket für uns mit ihrem Account buchen konnten. Befindet man sich in einer der touristischen Großstädte Indiens (z.B. Delhi oder Agra), gibt es noch eine zweite Möglichkeit, auch kurzfristig noch einen Sitzplatz zu reservieren.

Und zwar kann man hier an den Touristen-Schaltern in den Bahnhöfen 24 Stunden vor Abfahrt des Zuges über die „Foreign Tourist Quota“ noch Restplätze bekommen, die von der Zuggesellschaft extra für Ausländer aufgehoben werden. Für die 30-stündige Fahrt von Agra nach Thivim in Goa (~ 1600 km) bezahlten wir ca. 900 Rupien (ca. 10€) pro Person.

Nummer 2) Die App „Where is my train“

In dieser App muss man Start, Ziel, Zugnummer und Reisedatum angeben und bekommt relativ präzise angezeigt, wo sich der Zug gerade befindet.

Das ist aus zwei Gründen sehr hilfreich.

Erstens, die Züge hier fahren mitunter drei Tage am Stück durchs Land und haben nicht selten mehr als eine Stunde Verspätung. Wartet man am Bahnhof auf seinen Zug, ist es sehr entspannend zu wissen, ob und wie viel Verspätung der eigene Zug hat.

Zweitens, die Züge halten während der Fahrt an vielen Haltestellen, aber es gibt keine Anzeigetafeln oder Durchsagen im Zug, welches die nächste Haltestelle ist. Sitzt man also als Tourist im Zug, dann weiß man nicht, wann genau man Aussteigen muss.

Durch die App kann man genau verfolgen, wie die Haltestellen heißen, wie lange der Zug dort hält und wie viele Stopps einen noch vom Ziel trennen.

Nummer 3) Kleingeld griffbereit dabei haben

Am besten Bargeld in den Größen 5, 10 und 20 Rupien (also 6, 12, 24 Cent). Während der Zugfahrt laufen etliche Verkäufer durch die Abteile und verkaufen Wasser, Chai und diverse Snacks für zwischen 10 und 50 Rupien.

Wenn der Verkäufer vorbei kommt, ist man froh, wenn man das nötige Kleingeld schon parat hat und nicht erst noch lange in der Tasche suchen muss.

Nummer 4) Klopapier mitnehmen

Jepp, in indischen Zügen gibt es kein Klopapier. Statt Klopapier wird in Indien Wasser und die linke Hand verwendet. Für uns auf den gewöhnungsbedürftigen Zugtoiletten ist das keine Option und wir sind froh, Klopapier und Taschentücher dabei zu haben.

Nummer 5) Eine Mülltüte mitnehmen

In indischen Zügen gibt es nämlich auch keine Mülleimer.  Durch Essen und Trinken fällt auf langen Fahrten aber doch einiges an Müll an.

Wer es nicht übers Herz bringt, seinen Müll einfach so wie die Inder aus dem Fenster zu schmeißen, der hat besser eine oder mehrere kleine Tüten dabei, in die man seinen Müll stecken und nach Ankunft im Mülleimer (den man mit etwas Glück am Bahnhof findet) entleeren kann.

Um einen Eindruck von der Fahrt in einem Sleeper-Wagon zu bekommen, haben wir ein paar Bilder (leider nur in Handy-Qualität) gemacht. Bilder sagen doch meist mehr als 1000 Worte. 🙂

Zugfahren in Indien – nach 20 Stunden sind wir in Varkala

Also, nach 20 Stunden Zugfahrt von Nord-Goa nach Varkala im Bundesstaat Kerala, sind wir relativ gut in unserer letzten Unterkunft vor unserem Rückflug nach Deutschland angekommen.

Varkala wird auch das “Varanasi des Südens” genannt und tatsächlich gibt es hier viele Angebote rund um die Themen Yoga, Ayurveda und Spiritualität.

Da hier gerade der Monsun eingesetzt hat, sind nur sehr wenige Touristen da und alles wirkt wie im Dornröschen-Schlaf. In unserer Unterkunft sind wir die einzigen Gäste und ich bekomme gleich am ersten Morgen eine private Yoga-Stunde umsonst.

Mittags gehen wir die Umgebung erkunden und finden direkt einen Surf-Lehrer, der uns in den kommenden drei Tagen das Surfen beibringen will. Er gibt uns Erfolgs-Garantie. Mal sehen, ob wir das hinbekommen.

Ansonsten werden wir hier noch für eine Woche Urlaub machen und auf der faulen Haut liegen, bevor wir für drei Wochen wieder zurück nach Deutschland fliegen. Berichte vom Surfen werden auf jeden Fall bald folgen…  🙂

Schreibt uns gerne eure Gedanken zu diesem Beitrag unten in den Kommentaren. Liebe Grüße und bis bald

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